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Hand voll Medikamente

Fischöl-Kapseln in der Kritik

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Fischölkapseln werden stark beworben, denn sie sollen beispielsweise gut fürs Herz sein. Als Schlüsselstoffe gelten die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Auch pflanzliche Alternativen gibt es, etwa mit Algenöl oder Leinöl. 20 solcher Mittel plus drei Medikamente mit Omega-3-Fettsäuren hat die Stiftung Warentest getestet („Test“-Heft 6/2020). 

Omega-3-Fettsäuren

Die Hoffnung ist groß, alt, weit verbreitet: Fischölkapseln sollen regelrechte Wundermittel sein, vor allem fürs Herz. Fakt ist: Fischöl enthält lebenswichtige Omega-3-Fettsäuren. Bereits vor Jahrzehnten lieferten Studien Hinweise darauf, dass diese Stoffe dem Herz-Kreislauf-System nützen, etwa vor Herzinfarkt schützen. In der Folge entstand die Idee, Fischöl in Kapseln zu füllen – für alle, die wenig oder keinen Fisch essen. Auch pflanzliche Omega-3-Präparate werden vermarktet, zum Beispiel mit Algenöl oder Leinöl. Die Kosten der Nahrungsergänzungsmittel reichen von täglich fünf bis 90 Cent. Die Medikamente sind teils noch teurer. 

Was bringen Fischölkapseln und Co.?

Die Tester haben 20 Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren unter die Lupe genommen – 14 mit Fischöl, vier mit Algenöl, zwei mit Leinöl. Erhältlich sind sie etwa in Apotheken, Drogerien, Supermärkten und Online-Shops.

Außerdem prüften sie drei rezeptfreie Medikamente mit Omega-3-Fettsäuren. Zugelassen sind diese zur Senkung erhöhter Triglyceride, also spezieller Blutfettwerte, die das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen.

Für den Test wurden die Produkte im Labor überprüft, unter anderem auf Schadstoffe. Beim Deklarations-Check schauten die Tester, ob die Angaben auf den Packungen den rechtlichen Bestimmungen entsprechen. Außerdem beurteilten Gutachter die Studienlage zur Wirksamkeit. Und dabei fällt die Bilanz trotz unzähliger Untersuchungen zum Thema ernüchternd aus: „Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren sind überflüssig“, heißt es in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift „Test“. Das gilt für Gesunde wie für Risikopatienten, die beispielsweise bereits einen Herzinfarkt hatten. Auch für andere Einsatzgebiete wie der Vorbeugung von Demenz oder altersbedingten Augenkrankheiten fanden die Gutachter keine ausreichenden Belege.

Pflanzliche Öle decken den Bedarf 

Dennoch: Omega-3-Fettsäuren aus Nahrung sind wertvoll. Fetter Seefisch wie Lachs, aber auch Walnüsse, Lein- oder Rapsöl bringen reichlich davon mit. Selbst mit pflanzlichen Ölen allein lässt sich der Bedarf gut decken, wie die Berechnungen im „Test“-Artikel zeigen. Es geht nicht darum, alles akribisch abzumessen. Die Mischung machts. Wenig ungesunde Fette etwa aus Knabberzeug und Süßigkeiten essen – und dafür gesunde. Solche Kost, kombiniert mit Obst und Gemüse schützt Herz und Kreislauf. Und sie liefert der Gesundheit noch mehr: Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. 

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