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Was Proteine wirklich bringen

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Eiweißbrot und Protein-Pudding: Der Markt für extra eiweißreiche Produkte wächst. Was früher nur Bodybuilder für den Muskelaufbau suchten, ist zum Trend in Supermärkten und Discountern geworden. Es scheint vielen nicht mehr zu reichen, Eiweiß mit natürlich proteinreichen Lebensmitteln zu sich zu nehmen. Der Markt für angereicherte Nahrung wächst. Vor allem spezielle Milchprodukte profitieren.
 
Sie werben gern mit gestählten Frauen und Männern.
Ihren Anfang hatte die Welle Branchenkennern zufolge wie so vieles in der Ernährung in Skandinavien. Vorreiter war demnach die  schwedisch-dänische Molkereigenossenschaft Arla  („Arla Protein“). Das Magazin „Vice“ lästerte schon: „Hört einfach mal einer Unterhaltung unter Männern um die 20 zu, und ich wette, dass sie spätestens nach ein paar Minuten auf ihre tägliche Eiweißmenge zu sprechen kommen.“
 
Ehrmann als eine der größten Molkereien Deutschlands lancierte vor etwa zwei Jahren seine Produktreihe „High Protein“. Dazu gehören fünf Puddingsorten, sechs Joghurtsorten und Joghurtdrinks.

Naschen ohne schlechtes Gewissen

Noch in diesem Frühjahr sollen mehr fruchtige Drinks, Kefir und weitere Neuprodukte auf den Markt kommen, wie in Oberschönegg im Allgäu die Produktmanagement-Leiterin Susanne Bagaméry sagt. „Ich kann was naschen und muss mich nicht geißeln, es ist aber auch noch funktional, hat weniger Fett und ist kalorienärmer“ ist die Aussage vieler Kunden für diese Produkte“, sagt Bagaméry. „Viele Frauen essen den Protein-Schokopudding auch als Mahlzeit.“ Als eine Art Lifestyle-Produkt verbinde es Genuss und Gesundheit. Und es sei außerdem auch ohne Laktose, ohne Zucker und glutenfrei. Eiweißreiche Kost vermarktet auch die Marke Foodspring. „Die Kernzielgruppe von Foodspring umfasst 18- bis 34-jährige Sportler, Fitnessbegeisterte und all jene, die auf eine gesunde Ernährung achten wollen“, heißt es vom Unternehmen in Berlin.
 
Immer mehr Menschen entdeckten die Vorzüge einer eiweißbetonten Ernährung bei Muskelaufbau, Körperfettreduktion, sportlichem Erfolg und körperlicher Leistungsfähigkeit. „Die Erkenntnis darüber und der Faktor, dass Eiweiß lange sättigend ist, machen es so beliebt.“
Die Stiftung Warentest widmete sich vor kurzem in ihrer Zeitschrift „Test“ (Ausgabe 2/2020) dem Thema „High-Protein-Produkte“ und checkte 13 von ihnen – darunter Brot, Pudding und Skyr (eine Art fettarmer, eiweißreicher Frischkäse). Angaben wie „hoher Proteingehalt“ oder „eiweißreich“ dürfen Lebensmittel laut EU-Recht demnach tragen, wenn mindestens 20 Prozent der Energie aus Proteinen stammen. Die Vorgabe erfüllten alle 13 Produkte – zum Beispiel weil sie eigens mit Milcheiweiß versetzt waren. Einige Produkte waren laut Stiftung aber kalorienreicher als ihr Gegenstück ohne Extra-Eiweiß, in erster Linie das Eiweißbrot.

Für die meisten gesunden Menschen macht es wenig Sinn 

Das Fazit als „Ernährungstipp der Stiftung Warentest“ lautete: „Magerquark ist preisgünstiger und liefert ähnlich viel Eiweiß wie proteinangereicherte Milchprodukte. Auch Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sind gute Eiweißquellen.“ Und das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) wird noch deutlicher: „Für die meisten gesunden Menschen macht es wenig Sinn, mit Proteinen angereicherte Produkte zu essen, da sie ausreichend mit Eiweiß versorgt sind. Außerdem sind Lebensmittel mit zugesetztem Eiweiß nicht automatisch gesünder. Häufig enthalten sie viel Fett oder Zucker und/oder diverse Zusatzstoffe.“ 

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