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So viel Verpackungsmüll wie nie zuvor

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Es ist ein Rekord, über den sich niemand freut: Fast 19 Millionen Tonnen Verpackungsmüll haben die Deutschen im Jahr 2018 produziert, so viel wie nie zuvor. Verteilt auf alle Bundesbürger macht das 227,5 Kilo pro Kopf, nochmal ein Kilo mehr als im Vorjahr, wie das Umweltbundesamt am Dienstag vorrechnete. 

Private Verbraucher hatten daran erneut einen Anteil von 47 Prozent, also knapp der Hälfte. Sie produzierten über 8,9 Millionen Tonnen Verpackungsmüll oder 107,7 Kilo pro Kopf.

Was zur Gewohnheit wird

Neben dem Wirtschaftswachstum dürften vor allem die Konsumgewohnheiten der Bürger zum Anstieg beitragen: Trends zu kleineren Portionen, zum Online-Einkauf und zu Essen und Trinken zum Mitnehmen – eine Frage des Lebensstils. 

Was passiert mit dem Verpackungsmüll? In Deutschland fällt zwar viel davon an, es wird davon aber auch viel recycelt – 2018 waren es rund 69 Prozent. Je nach Material sind die Unterschiede groß: Bei Stahl sind es 91,9 Prozent, bei Aluminium 90,1, bei Papier und Karton 87,7 Prozent und bei Glas 83 Prozent. Verpackungsmüll aus Kunststoff wurde dagegen nur zu 47,1 Prozent wiederverwertet, aus Holz sogar nur zu 25,3 Prozent.

Was ist zu tun?

„Verpackungen sollten vermieden werden, bevor sie überhaupt anfallen“, mahnte UBA-Präsident Dirk Messner. Und hat gleich ein paar Vorschläge: Mehrwegbecher etwa für Kaffee müssten die Regel werden, und wer Essen mitnehme, sollte das in Mehrwegbehältern tun können. Hersteller sollten Verpackungen möglichst einfach gestalten, damit sie gut zu recyceln seien, und Mehrwegverpackungen verwenden. So sieht man das auch im Bundesumweltministerium

„Es ist immer sinnvoller, nicht Abfälle entstehen zu lassen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold. Mehrweg müsse in verschiedenen Bereichen gestärkt werden, vor allem auch im Online-Handel. Das sei der am stärksten wachsende Bereich im Verpackungsmarkt und der Trend zum Bestellen im Netz lasse sich nicht zurückdrehen, sagte Pronold. Er sprach am Dienstag bei einer Mehrweg-Konferenz, die die Deutsche Umwelthilfe organisiert hatte. Dabei ging es nicht nur, aber vor allem um den Getränke-Bereich – wo Mehrweg-Flaschen seit Jahren auf dem Rückzug sind.

Was wird schon getan?

Das seit Anfang 2019 gültige Verpackungsgesetz sieht eine Mehrweg-Zielmarke von 70 Prozent bei Getränken vor – die unter anderem erreicht werden soll, indem an Supermarktregalen steht, ob es sich um Einweg- oder Mehrwegflaschen handelt. Pronold sagte, wenn im Handel nicht „deutlich mehr Mehrweg angeboten“ werde, müsse man über Quoten nachdenken, die dies dem Handel vorschreiben.

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