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Trotzdem unbeschwert und fröhlich

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Es liegt in der Natur ihrer Sache: Freizeitparks stehen für viele Menschen an ein- und demselben Ort, die in fröhlichem Gewimmel für einen Tag Unbeschwertheit, Achterbahnspaß und Kindheitshelden suchen. Genau das mag – die Corona-Brille auf der Nase – aktuell relativ unvereinbar erscheinen. Ein Besuch im Legoland zeigt: Wer gänzlich auf Kontakt zu anderen Menschen verzichten möchte, der mag sich hier tatsächlich nicht wohlfühlen. Wer aber auch zum Einkaufen in den Supermarkt geht oder generell am öffentlichen Leben teilnimmt, der wird gerade in einem Freizeitpark kaum Unbehagen verspüren. Denn die Besucherzahlen sind limitiert, das Hygienekonzept umfassend – und an Masken haben sich mittlerweile ohnehin die meisten gewöhnt.

Riesenspaß dank Abstand und Hygiene

10 Uhr morgens – Parköffnung. Da man einen solchen Besuch nicht jedes Wochenende einplant, wollen Gäste den Zeitraum bis zum Abend möglichst voll ausschöpfen und stehen damit pünktlich vor der Tür. Doch Einlässe gibt es viele, das Personal ist freundlich und geduldig. Wuselig geht es im Eingangsbereich dennoch zu. Aufgeregte Kinder, Eltern, die sich und ihre Siebensachen erst einmal sortieren müssen und sich mit Parkplan in der Hand Orientierung verschaffen wollen.

Allerdings mit Maske auf Mund und Nase. Eine Pflicht, die akzeptiert wird, auch wenn es wie überall schwarze Schafe gibt. Das Feedback der Gäste auf die Corona-Regeln sei insgesamt positiv, sagt Marion Pachmann, Pressesprecherin des Legolands in Günzburg. Größtmögliche Sicherheit zu bieten und Hygienestandards akkurat umzusetzen, stehe ganz oben. „Die Gäste wünschen sich ein Stück Normalität und wir haben die Sorgfaltspflicht, das beste Ambiente zu schaffen“, erklärt sie. „Gleichzeitig sind wir darauf angewiesen, dass die Gäste in ihrem Handeln den Weg mitgehen. Das ist ein Balanceakt, es braucht Fingerspitzengefühl.“

Zur Parkeröffnung durfte nur ein Viertel der üblichen Besucherzahl

So verweisen die Mitarbeiter im Park wenn nötig – sehr freundlich – auf geltende Regeln. Allem voran die Maskenpflicht in ausgewiesenen Bereichen, unter anderem in den Shops und in mancher Attraktion. Ebenso wird stetig desinfiziert – direkt am Einstieg zu jeder Achterbahn und Co. Manche Fahrgeschäfte, vor allem jene für die ganz kleinen Gäste, werden nach jeder Fahrrunde vom Personal desinfiziert. Generell gilt in den Fahrgeschäften Maskenpflicht. Was an welcher Stelle wie gehandhabt wird, das habe viel Hineindenken erfordert, erzählt Marion Pachmann.

Zwei Monate später als geplant hat das Legoland im Frühjahr eröffnet. Gästezahl- und Umsatzeinbußen, die nicht wieder einzuholen seien, zumal man zur Parköffnung am 30. Mai erst einmal nur ein Viertel der eigentlich zulässigen Besucher eingelassen hat, sagt Marion Pachmann. Eine Zahl, die stufenweise angehoben wurde, auf nunmehr gut die Hälfte der Kapazität.

Aus 52 Nationen kamen Gäste - sonst sind es deutlich mehr

Im angeschlossenen Feriendorf, das Übernachtungsmöglichkeiten bietet, schliefen in diesem Jahr bislang Gäste aus 52 Nationen statt aus 124 wie im vergangenen Jahr. „Gleichzeitig muss man dazusagen, dass das Inland das Ausland einigermaßen kompensiert hat.“ Lag der Anteil deutscher Übernachtungsgäste sonst bei 35 Prozent, sind es laut Pachmann im Coronajahr etwa 70 Prozent. „Die Deutschen sind im Land geblieben und haben dort nach Alternativen gesucht.“

Auch jetzt im Herbst noch. Zumal die nächsten Ferien – in manchen Bundesländern sind es sogar zwei Wochen – schon wieder vor der Tür stehen. Wie in den meisten anderen Parks, steht auch im Legoland in diesen Wochen alles im Zeichen von Halloween. Und das erstmals bereits seit dem ersten Oktober-Wochenende. Vier statt bislang zwei Wochen setze man nun auf diese besondere Zeit im Herbst, erklärt Marion Pachmann, „Die Kinder lieben die Dekoration und die Gruselatmosphäre.“ Das Schaurige begrüßt die Besucher schon im Eingangsbereich. Eine mannsgroße Spinne – natürlich aus Legoteilen – empfängt die Gäste, die Beete zieren Kürbisse und die schon leicht vom Herbst gefärbten Bäume hängen voller zauberhafter Hexenhüte und Spinnweben. So passt es gut, dass man auch direkt auf dem fliegenden Besen Platz nehmen kann – für einen ersten Schnappschuss.

Ein Miniaturland - ganz aus Legosteinen

Das anfängliche Gewusel im Eingangsbereich verläuft sich dann aber schnell im großzügigen Gelände mit seinen breiten Wegen. Man ist nicht alleine, vor allem nicht an einem sonnigen Herbstwochenende, das nicht, aber Abstand lässt es sich gut halten. An den Attraktionen sind Markierungen im 1,50 Meter-Rhythmus aufgeklebt, gegebenenfalls auch Wartezeiten angegeben. Zum Beispiel beim Eintritt in die Shops, denn hier ist die Personenzahl limitiert. Besucher nehmen es in Kauf, wer mag, nutzt das offerierte Angebot, bestellt online und holt seine Einkäufe abends ab. Derweil geht es in die Ninjago-Welt oder zum Autorennen, ins Land der Pharaonen oder das liebevoll gestaltete Miniaturland, aufgebaut aus 23 Millionen Legosteinen. So manche Attraktion wurde selbst ins Halloween-Kostüm gesteckt. Haarige Spinnen räkeln sich an den Mauern der Ritterburg, riesige Maisstauden wurden in langen Reihen zu Zäunen drapiert, an denen grimmig dreinschauende Skelette baumeln und in der Allianz-Arena aus dem Miniaturland liegen kleine Kürbisse. Kinder staunen und strahlen. Per Durchsage wird regelmäßig ans Abstandhalten erinnert. Corona ist präsent, aber nicht beherrschend.

Der Eintritt kostet für alle Personen ab drei Jahren je 39,50 Euro – wichtig: Tickets müssen aufgrund der aktuellen Situation vorab reserviert werden. Alle Infos unter www. legoland .de.

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