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Was bleibt vom Bildungsgipfel ?

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Zwei Monate nach dem ersten Spitzengespräch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur schnelleren Digitalisierung der Schulen in Corona-Zeiten sehen Bildungsgewerkschaften bisher kaum Fortschritte. „Den Ankündigungen des Schulgipfels sind noch viel zu wenig Taten gefolgt. Die Mühlen mahlen langsam und so werden die Erwartungen, dass alles von heute auf morgen umgesetzt wird, enttäuscht“, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, der Deutschen Presse-Agentur.

Das lange Warten auf die schnellen Veränderungen

Der Verband Bildung und Erziehung rechnet damit, dass noch Monate vergehen, bis sich sichtbar etwas an den Schulen getan hat. „Ich gehe davon aus, dass es noch bis Ende dieses Schuljahrs dauert, um in Sachen Digitalisierung eine halbwegs akzeptable Situation an den Schulen herzustellen“, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann.

Am 13. August hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Vertreter mehrerer Bundesländer vereinbart, dass Lehrer mit Dienstlaptops ausgestattet, alle Schulen „schnellstmöglich“ an das schnelle Internet angeschlossen werden und Schüler eine Internetflatrate für maximal zehn Euro bekommen sollen. Bei einem zweiten Gespräch im Kanzleramt im September wurde zudem der Aufbau sogenannter digitaler Kompetenzzentren für die Lehrerweiterbildung vereinbart. Während der Schulschließungen waren die Defizite bei der technischen Ausstattung deutlich geworden.

90 Prozent der Lehrer nutzen Privatgeräte

Tepe sprach von einem „Zuständigkeitswirrwarr zwischen Bund, Ländern und Kommunen“, in dem viele Maßnahmen hängen blieben. Ein Blick auf einzelne Vorhaben:
Lehrer-Laptops: 500 Millionen Euro hat der Bund dafür angekündigt. Möglichst noch in diesem Jahr sollen Hunderttausende Lehrer ausgestattet werden, hatte es zuletzt geheißen. Falls Schulen geschlossen oder Klassen und Lehrer in Quarantäne geschickt werden, sollen die Lehrkräfte künftig mit Dienstgeräten über sichere Kanäle und funktionierende Lernplattformen mit den Schülern kommunizieren, Online-Unterricht durchführen und Leistungen bewerten können. Das ist zumindest die Idee.

Die Bildungsgewerkschaften haben bei ihren Landesverbänden nachgefragt. „Noch immer verfügen nur wenige Lehrkräfte über einen Dienstlaptop“, heißt es beim VBE. Bis heute müssten an die 90 Prozent der Lehrkräfte ihre Privatgeräte nutzen, sagte GEW-Chefin Tepe.

Vodafone prescht in die Lücke

In manchen Familien gibt es keinen Computer für Schulaufgaben und auch keinen Internetzugang für die Kinder. Deshalb wurde im Zuge der Corona-Krise ein 500-Millionen-Euro-Programm für Leihlaptops für bedürftige Schüler aufgelegt. Nach dem letzten Schulgipfel war dann auch von Fortschritten beim Thema Schüler-Flatrate die Rede. Es habe Gespräche mit mehreren Telekommunikationsanbietern gegeben, die eine Flatrate für zehn Euro anbieten wollten, hieß es.
„Von der Vorstellung, dass für jede Schülerin und jeden Schüler der Zugang zu einem günstigen Internetzugang gewährleistet ist, sind wir noch weit entfernt“, bilanzierte der VBE nun. Die GEW hat nach eigenen Angaben ebenfalls noch keine Rückmeldungen darüber, ob die Zehn-Euro-Flatrate schon irgendwo angekommen ist.

Am Montag kündigte Vodafone nun eine solche Flatrate an: „Zehn Euro netto pro Monat für die feste Ende-zu-Ende-Verbindung zum Schulserver“. Schulträger könnten den Tarif für ihre Schüler noch im November mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit buchen.

Schnelles Netz an Schulen und Lehrer-Weiterbildungen

Auch hier beklagen die Bildungsgewerkschaften, dass es zu langsam vorwärts gehe. „Die Fort- und Weiterbildungslandschaft mit Angeboten für die Lehrkräfte, die sie für das Lehren in der digitalen Welt fit machen sollen, gleicht weiterhin einer Wüste, in der man die Oasen suchen muss“, sagte Marlis Tepe. Auch beim schnellen Internet hapere es: „Was in Städten schon mal klappt, bleibt auf dem Land genauso oft ein Wunschtraum.“
Udo Beckmann kritisierte, es würden weiterhin flächendeckende staatliche Angebote einer praxisorientierten Fort- und Weiterbildung für den digitalen Unterricht vermisst.

Die Politik habe die Lösung all dieser Fragen zu lange zu wenig ernst genommen und auch in den zurückliegenden Monaten versäumt, die Probleme mit Nachdruck anzugehen. Der VBE-Vorsitzende bemängelte zudem, dass durch eine „jahrelange Schönfärberei im Schulbereich“ ein massiver Personalmangel entstanden sei.

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