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Leere Zimmer

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Zelten auf dem Campus, Couchsurfing, endlose WG-Suche im Internet – in solche Notlagen werden die Studienanfänger des Wintersemesters 2020/21 kaum geraten. Die im vergangenen Jahr noch harte Konkurrenz um die raren Wohnheimplätze ist wegen der Corona-Krise deutlich entschärft.

Leerstände im Sommersemester

Der ganz große Druck auf die Studenten, noch schnell vor Semesterstart einen Unterschlupf zu finden, ist vielerorts gewichen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. „Die Studierenden werden sich in diesem Semester erheblich leichter tun, ein Zimmer zu erhalten, als es sonst üblich ist zum Wintersemester“, brachte es Krstimir Krizaj vom Studierendenwerk Ulm auf den Punkt.

Im Sommersemester verzeichneten manche Studierendenwerke etwa in Heidelberg, Stuttgart und Freiburg sogar Leerstände – eine für sie bislang ungewohnte Situation. In Heidelberg stehen zum 1. September noch 200 Zimmer leer. In den Heimen des Stuttgarter Studierendenwerks waren zwischen April und August 750 Zimmer nicht belegt. Ein Grund ist das Fernbleiben der internationalen Studenten. „Dass weniger Studenten aus dem Ausland kommen, macht sich bemerkbar, viele Unis haben auch ihre Austauschprogramme gestrichen“, sagte Anita Bauer vom Studierendenwerk Stuttgart mit 6830 Plätzen. Regulär ziehen zum Wintersemester zwischen 700 und 800 Programmstudierende in die Wohnanlagen ein. „In diesem Jahr wird es nur ein Bruchteil davon sein.“

Zu wenig Bewerber

Amanda Steinmaus vom Vorstand des Freie Zusammenschlusses von Studentenschaften sagte: „Die Zahl der Bewerber ist geringer, weil es viele sich angesichts der weggebrochenen Nebenverdienstmöglichkeiten nicht leisten können, auszuziehen, oder sie wieder bei den Eltern einziehen müssen – und manche beginnen erst gar nicht mit dem Studium.“ Die Hilfe der Bundesregierung sei nicht ausreichend und komme verzögert, sagte die Lehramtsstudentin.

In Stuttgart stehen derzeit rund 1300 Interessenten für einen Wohnheimplatz auf der Warteliste – im vergangenen Jahr um diese Zeit waren es 3200. Eine Bleibe in Esslingen oder Göppingen sei gleich zu erhalten. Vereinzelte Studenten kommen derzeit auch im begehrten Stuttgart Mitte zum Zug.

Mit einem Leerstand von neun Prozent rechnet die Universität Ulm im September, üblich sind zwei Prozent. In Heidelberg ergattert in normalen Jahren nur jeder dritte Bewerber eine Studentenbude. Dort geht man davon aus, dass im Wintersemester anteilig mehr Aspiranten zum Zuge kommen. Im Wintersemester werde wieder verstärkt Präsenzlehre angeboten, sagte Sprecher Timo Walther. Deshalb werde der Effekt, dass junge Menschen weiter zu Hause online studieren, wohl nicht eintreten.

Geringere Präsenz am Campus

In Karlsruhe sieht es ähnlich aus. „Durch die voraussichtlich deutlich geringere Präsenz am Campus verändert sich die Situation derzeit so, dass wir eine Vollbelegung mit fast keiner oder sehr geringer Warteliste erwarten“, sagte ein Sprecher des Studierendenwerkes.

In Freiburg hingegen herrscht kurz vor Beginn des Wintersemesters eine ähnlich hohe Nachfrage wie im Vorjahr. Auch die Warteliste sei gleich lang, erläuterte eine Sprecherin des Studierendenwerkes.

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