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1,5-Grad-Ziel kaum noch zu erreichen

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Der Weltklimarat IPCC geht davon aus, dass die Erderwärmung schon bald die kritische Marke von 1,5 Grad überschreiten könnte. Das halten die Forscher im gestern veröffentlichten ersten Teil des sechsten Sachstandsberichts fest, an dem auch Wissenschaftler aus Deutschland beteiligt waren. Der Bericht ist eine Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes.

2030er Jahre

Die Forscher halten fest, dass die Erderwärmung bereits in den 2030er Jahren über 1,5 Grad ansteigen wird. Selbst wenn die Menschheit bis 2050 klimaneutral wird und rechnerisch keine CO2-Emissionen mehr verursacht, wird die globale Durchschnittstemperatur wohl spätestens ab 2040 rund 1,5 über dem vorindustriellen Zeitalter liegen. 2015 hatte man sich im Paris-Abkommen international geeinigt, den Klimawandel möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Im Extremfall warnen die Autoren vor einer Erwärmung von bis zu 5,7 Grad.
„Viele Veränderungen aufgrund vergangener und künftiger Treibhausgasemissionen sind über Jahrhunderte bis Jahrtausende unumkehrbar“, heißt es in dem Papier. Das gelte besonders für die Ozeane und Gletscher.
Der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 und Methan müsse schnell deutlich verringert werden, um dem entgegenzuwirken. Selbst bei null Emissionen dürfte es rund 20 Jahre dauern, bis die globale Lufttemperatur spürbar sinkt, erklärt der Ozeanforscher Jochem Marotzke, einer der deutschen IPCC-Autoren.
„Alle Aussagen, die der IPCC bisher gemacht hat, sind eingetroffen. Das ist ein Alarmsignal“, sagt Stefan Hatos von den Parents for Future Heilbronn. Die Überflutungen und Brände in den vergangenen Wochen zeigten, dass gehandelt werden muss, meint der 44-Jährige, die Bundesregierung unternehme jedoch zu wenig. „Es ist schön, wenn man sich Ziele setzt, aber es fehlen konkrete Maßnahmen.“ Es brauche nun besonders einfach umzusetzende Maßnahmen wie etwa einen früheren Kohleausstieg, ein generelles Tempolimit oder eine Erhöhung des CO2-Preises, sagt Hatos.

Wetterextreme

„Jede Tonne CO2, die wir in die Luft emittieren, zählt“, sagt Johannes Orphal, Leiter des Bereichs Natürliche und gebaute Umwelt am Karlsruher KIT. „Wir alle tragen dazu bei, und jede eingesparte Tonne hilft, den Klimawandel zu begrenzen.“ Es sei wichtig, zu verstehen, dass die Welt sich seit dem vorindustriellen Zeitalter schon um 1 Grad erwärmt hat, betont Orphal. Erwärmt sich die Erde weiter, drohten mehr Hitzewellen, Dürren und Extremniederschläge. Es mache einen Unterschied, ob es 1,5 oder 2 Grad wärmer wird. „Also Schluss mit dem ,Weiter so, wir können doch eh nix tun´. Das ist einfach falsch!"

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