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Mit 65 Jahren wird die „Bravo“ immer digitaler

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Als am 26. August 1956 die „Film- und Fernsehzeitschrift“ mit dem Titel „Bravo“ zum ersten Mal erschien, war das ein Meilenstein
. Generationen von Jugendlichen haben darin erfahren, was ihre Stars sie wissen lassen wollten und sich Sextipps bei „Dr. Sommer“ geholt. Die ersten „Bravo“-Preise, die „Ottos“, gingen 1957 an Maria Schell und James Dean, der erste „ Bravo -Star-schnitt“ zeigte im Jahr 1959 Brigitte Bardot in Lebensgröße. 1966 holte die Zeitschrift die Beatles zur „Blitztournee“ nach Deutschland, 1969 meldete sich Aufklärer „Dr. Sommer“ erstmals zu Wort, und drei Jahre später erschien die erste „Foto-Lovestory“. Das, was früher Jugendkultur war, ist heute längst historisch. Die „Bravo“-Chefredakteurin Digital, Yvonne Huckenholz, sagt über die „Generation Z“, die Jugend von heute: „Trends der 90er Jahre sind in ihren Augen Vintage. Lineares Fernsehen und CDs? Nein, danke. Ihr Wissen ziehen sie sich aus Youtube oder Tiktok-Videos.“

Umdenken

Darauf hat auch die „Bravo“ reagiert: „Jetzt stehen bei einer Marke, die einst über eine Million Print-Hefte in der Woche verkaufte, die digitalen Kanäle im Mittelpunkt“, sagt Huckenholz. „So sehr es
Eltern auch stören mag, wenn das Kind „nur am Handy hängt“ – für die Gen Z geht es nicht ohne. Und damit auch für „Bravo“ nicht“, sagt sie. Alle vier Wochen erscheint das gedruckte Magazin noch – vor allem als Angebot an Jüngere. Die Auflage liegt derzeit bei rund 83 000. Zum Vergleich: Auf Instagram hat die „Bravo“ mehr als 579 000 Follower, auf Tiktok mehr als 270 000. „Junge Menschen finden Magazine nicht doof – es ist aber eben nicht ihr Massenmedium“, sagt Huckenholz. Nur einmal im Monat eine „Bravo“? Ein Zustand, der noch in den 90er Jahren undenkbar gewesen wäre. „Damals war ,Bravo' so gut wie alternativlos“, sagt Alexander Gernandt. Von 1988 bis 2013 arbeitete er für die legendäre Jugendzeitschrift – zuletzt sogar als Chefredakteur. Er interviewte allein Michael Jackson 16 Mal und erlebte eine Zeit, in der die „Bravo“ eine Auflage von 1,7 Millionen und bis zu sechs Millionen Leser hatte. „Man musste ,Bravo' lesen, um zu wissen, was bei den Lieblings-Stars los ist.“

Stars gemacht

„Bravo“ konnte damals auch selbst Stars machen und entdeckte Mega-Bands lange bevor sie ganz groß wurden. Einmal, so erinnert sich Gernandt, traten Take That bei der internen Weihnachtsfeier der Redaktion in München auf – noch bevor sie Mädchen überall in Europa ins Kreisch-Delirium versetzten. Die Münchner Zeitschriftenredaktion, die diese Weihnachtsfeier zelebrierte, gibt es inzwischen nicht mehr. Mittlerweile kommt das, was in der gedruckten „Bravo“ steht, von einem externen Kölner Redaktionsbüro. 
 
 
 
 
 

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