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Drei Geschichten rund um Weihnachten

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Das Jahr neigt sich dem Ende, und passend zu Weihnachten haben die Stimmt!-Schreiber aufgeschrieben,  was sie mit den Feiertagen verbinden.

Nicht mehr alles nur Käse

Auf eines freue ich mich jedes Jahr besonders: das Essen an Heiligabend. Wie bei vielen Familien war es auch in meiner bis voriges Jahr Tradition, Raclette zu essen. Das hat meiner Mutter die stundenlange Arbeit in der Küche erspart, die sie für einen Gänsebraten aufgebracht hätte – nur um dann von ihren vegetarischen Kindern zu hören: „Davon esse ich nichts!“ Häufig essen wir auch an Silvester Raclette, weil massig Käse über ist. Mit dem Resteessen am Neujahrstag – immer noch mit ausreichend Raclettekäse – verschwanden der Racletteofen und die -pfannen wieder in der Speisekammer. 

Dort werden sie dieses Jahr bleiben. Denn als wir uns Gedanken um das Weihnachtsessen machten, meinte mein Bruder, dass  wir dieses Jahr etwas Neues ausprobieren sollten. Er könne kein Raclette mehr sehen, geschweige denn essen.

Das fand schnell Zustimmung bei den anderen Familienmitgliedern. Schließlich einigten wir uns auf ein mehrgängiges Menü, wobei sich jeder um einen bestimmten Gang kümmert: Mein großer Bruder bereitet die Vorspeise vor, meine große Schwester hilft meiner Mutter mit dem Hauptgang, meine kleine Schwester und ich kümmern uns um den Nachtisch und Papa um die Getränke. Das kann was werden. Mal sehen, was uns an Weihnachten blüht – und ob wir nächstes Jahr doch wieder die Raclettepfännchen hervorkramen. 

 

Die Essiggurke im Baum

Jedes Weihnachten hängt bei uns, neben Lichtern, Schleifen und Kugeln in allen erdenklichen Farben und Formen, immer auch eine kleine saure Gurke am Baum. Diese ist gut versteckt in den grünen Tannennadeln, und wer sie zuerst findet, darf seine Geschenke als Erster öffnen.

Bei uns wurde diese Tradition eingeführt, um Streit zu vermeiden, jedoch hat der Brauch einen anderen Ursprung. In der Zeit nach dem Krieg gab es an Weihnachten häufig nur ein einziges Geschenk für die vielen Kinder einer Familie. Dieses Geschenk bekam dann immer die Person, die zuerst die Gurke fand. 

Bei uns in der Familie geht es bei dieser Tradition mittlerweile gar nicht darum, wer seine Geschenke zuerst auspacken darf. Es ist einfach ein witziges Suchspiel, und es macht jedes Weihnachten ein wenig lustiger. Übrigens gibt es mittlerweile in einigen Läden schon Weihnachtskugeln in Form von Essiggurken zu kaufen. Anscheinend finden wohl viele Gefallen an diesem kleinen Weihnachtsspektakel.  

Das typische Geträller an Heiligabend

Es soll einer der schönsten Abende im Jahr werden. Draußen ist es kalt, im Haus aber mollig warm und gemütlich. Meine ganze Familie sitzt zum Weihnachtsessen am festlich gedeckten Tisch und freut sich über die Leckereien. Wie jedes Jahr fiebern hauptsächlich die Kinder auf den Höhepunkt des Abends hin: die Bescherung mit anschließendem Filme- und Videoabend. Aber davor fehlt noch eine Kleinigkeit, eine besondere Showeinlage der Superlative. Genau: Weihnachtslieder.

Ein Brauch, der uns als eindeutig unmusikalische Familie eher amüsierte, als dass wir ihn ernstnahmen. Anfangs haben mein Bruder und ich noch versucht, unseren Auftritt mit Blockflöten aufzupeppen, indem wir uns gegenseitig Ratschläge über die Richtigkeit unserer Spielweise gegeben haben. Später haben wir die Blockflöten lieber beiseitegelassen und nur gesungen. Ob mit Flöten oder ohne: Unser krummes Geträller von an sich schönen Weihnachtsliedern war allerdings immer in der ganzen Straße, wenn nicht sogar im ganzen Ort zu hören. 

Unser Opa war stets begeistert von seinen überaus talentierten Enkeln, wie er fand, selbst wenn das Niveau von Jahr zu Jahr immer peinlicher und schräger bis hin zu unerträglich wurde. Seit ein paar Jahren verschonen wir unsere Familie mit unserem Gesang und gehen direkt zur Bescherung über. Ist auch besser so für alle beteiligten Ohren. 

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