Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Brüssel will Wegfall der Roaming-Gebühren verlängern

Mobiles Internet soll besser werden

zurück zur Übersicht

Am 15. Juni 2017 war Schluss mit den Horror-Rechnungen im Anschluss an den Urlaub. Nach fast zehnjährigem Ringen der EU mit den Mobilfunkkonzernen entfielen an diesem Tag die sogenannten Roaming-Gebühren – Aufschläge, die für Telefonate, Kurznachrichten oder mobiles Surfen im EU-Ausland anfielen. Selbstverständlich ist das nicht. Die Regeln gelten nur bis Mitte 2022. Nun will die Kommission nachlegen. Margrethe Vestager, Vizepräsidentin der Behörde und zuständig für Digitales, sagte gestern: „Mit den neuen Vorschriften wird das Roaming weiterhin ohne zusätzliche Gebühren möglich sein und sogar noch besser werden.“

Tatsächlich will der europäische Gesetzgeber die Verordnung im kommenden Jahr nicht nur um zehn Jahre verlängern, sondern dann auch zusätzliche Leistungen integrieren. So sollen die Mobilfunknutzer künftig den Notruf in ganz Europa kostenlos wählen können. Außerdem ist geplant, Anrufe bei Service-Hotlines beispielsweise von Fluggesellschaften oder Versicherungen ohne Zuschlag nutzen zu dürfen – ein Vorteil, von dem alle profitieren würden, die während einer Reise Hilfe oder Unterstützung brauchen. Für technische Helpdesks von Unternehmen und Kundendiensten sollen kostenfreie Rufnummern verfügbar sein.

Geschwindigkeit

Weitere wichtige Neuerung betrifft die mobile Internetgeschwindigkeit. „In Europas digitalem Jahrzehnt muss jeder in der Lage sein, überall in der Union eine hervorragende Konnektivität zu haben“, sagte Thierry Breton, EU-Kommissar für den Binnenmarkt. Für die Netzbetreiber dürfte dies eine große Herausforderung sein, zumal die EU-Kommission darauf hinweist, dass alle Kunden, die in der Heimat Zugang zu einem 5G-Netz haben, diese Leistung überall in der EU erwarten dürfen. „Die Verbraucher müssen sicher sein, dass sie bestimmte 5G-Anwendungen und -Dienste im Roaming nutzen können“, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Auch die Provider selbst will Brüssel entlasten. So sollen die Großkunden-Roaming-Preise, also die Kosten, die sich die Betreiber gegenseitig für die Nutzung ihres Netzes berechnen, weiter sinken. In den kommenden Wochen beginnen die Gespräche zwischen den EU-Institutionen, den Mitgliedstaaten sowie den Mobilfunkanbietern.

Galerien

Regionale Events