Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Brexit: Richtig vorbereitet

zurück zur Übersicht

Auf den buchstäblich letzten Drücker ist es an Weihnachten doch noch zu einem Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union gekommen. Auch wenn es nun einen „geregelten Austritt“ gibt, werden sich eine Reihe von Regelungen zwangsläufig ändern, denn ein Handelsabkommen kann nicht den Zugang zum europäischen Binnenmarkt mit seinen umfassenden Regeln ersetzen. Für den Verbraucher schlummern hier einige wissenswerte Überraschungen und Änderungen, über die die Arag-Experten informieren. 

Pakete und Päckchen

Bereits vor dem Brexit war das Porto für Pakete und Päckchen auf die britischen Inseln vergleichsweise teuer. Doch nun muss man wohl zweimal überlegen, ob nicht doch eine Postkarte zum Geburtstag der englischen Tante reicht.

Ein Päckchen M bis zwei Kilogramm kostet online frankiert 12,70 Euro; kauft man die Briefmarke in der Filiale, sind sogar 16 Euro fällig. Für ein Fünf-Kilo-Paket muss man online 26,90 Euro zahlen, in der Filiale 29,99 Euro. Zum Vergleich: Nach Spanien beispielsweise kostet ein Paket dieser Kategorie online 15,99 Euro oder in der Filiale 17,99 Euro. 

Zudem müssen Verbraucher mit längeren Laufzeiten von Päckchen und Paketen rechnen, da Sendungen künftig zollrechtlich behandelt werden. Dazu muss für die Sendung eine sogenannte Zollinhaltserklärung ausgefüllt und in einer durchsichtigen Versandtasche von außen am Paket angebracht werden. Je nach Warenart werden weitere Dokumente nötig, wie etwa Gesundheitszeugnisse bei Nahrungsmitteln. Auch der Weg anders herum – also der Paketversand vom Vereinigten Königreich nach Deutschland – ist zollpflichtig geworden.

Autofahren

Am Linksverkehr hat sich im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland durch den Brexit nichts geändert. Auch ein internationaler Führerschein ist für EU-Bürger in UK nicht nötig. Doch ab sofort müssen Autofahrer aus der EU eine grüne Versicherungskarte mit sich führen, wenn sie sich beim Insel-Nachbarn ins Verkehrsgetümmel wagen. Die Grüne Karte gilt als Nachweis für einen bestehenden Versicherungsschutz. Erhältlich ist sie auf Nachfrage bei der jeweiligen Kfz-Versicherung

Online-Shopping

Wer online shoppt und Ware aus UK kauft, sollte nur auf Produkte zurückgreifen, die auch für den deutschen Markt bestimmt sind. Zwar sind die Verbraucherschutzrechte des Vereinigten Königreiches, wie zum Beispiel Rückgaberecht, Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises oder Gewährleistungsanspruch, identisch oder gar besser als die EU-Regeln. Doch im Streitfall können Käufer ihre Beschwerde nicht mehr über die Online-Streitbeilegungs-Plattform der Europäischen Kommission einreichen, sondern müssen im schlimmsten Fall den mühsamen und teuren Weg über Gerichte in Großbritannien gehen. red

Galerien

Regionale Events