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Schüler am Computer

Fortschritte bei Digitalisierung

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 Die vor fünf Jahren aufgelegte Digitalisierungsstrategie der baden-württembergischen Landesregierung zeigt Wirkung. „Das Land hat seither große Fortschritte gemacht“, heißt es in einer Studie des in Mannheim ansässigen Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Die Corona-Pandemie habe diesen Wandlungsprozess beschleunigt, zugleich aber auch Defizite offengelegt. Vor allem in den Schulen sehen die Forscher großen Nachholbedarf. Mit-Autorin Irene Bertschek verweist zudem auf kleine und mittlere Unternehmen, die „weitere Schritte bei der Digitalisierung brauchen“. 
In der Bildung hinkt Deutschland insgesamt, besonders aber auch Baden-Württemberg hinterher. Schon vor dem Ausbruch habe Deutschland in den Schulen im internationalen Vergleich nur eine „unterdurchschnittliche digitale Infrastruktur“ gehabt. So hätten sich im Durchschnitt zehn Schüler ein Endgerät teilen müssen.

Ehrgeizig

2019 sei dann der Digitalpakt des Bundes und der Länder mit ehrgeizigen Zielen gestartet, um eine bessere Versorgung der Schulen mit Breitbandanschlüssen, WLAN, Lernplattformen und Endgeräten sicherzustellen. „Die Auszahlung verläuft schleppend“, fassen die ZEW-Forscher den Stand zusammen. Bis Ende 2020 hatten die Länder erst ein Zehntel der von der Bundesregierung zur Verfügung gestellten Mittel abgerufen. In Baden-Württemberg läuft es nicht besser. Im April 2020, als der Unterricht pandemiebedingt digital erfolgen musste, klagten 69 Prozent der Rektoren, dass ihre Schule ohne Breitbandanschluss und WLAN auskommen müsse. Im März 2020 waren von den 650 Millionen Euro der zur Verfügung stehenden Digitalpakt-Gelder trotzdem nur 3,8 Millionen bewilligt. Fazit: „Ein Großteil der Mittel bleibt ungenutzt.“ Bertschek drängt zur Eile: „Man sollte die Zeit für Investitionen jetzt nutzen.“ 

Dienstleistungen

Licht und Schatten sehen die ZEW-Fachleute bei einem weiteren für die Bürger wichtigen Feld der Digitalisierung: Zwar schneiden baden-württembergische Städte wie Karlsruhe und Heidelberg bei den elektronischen Dienstleistungen gut ab. Aber im Ländervergleich rangiert Baden-Württemberg nur im hinteren Mittelfeld. 
Insgesamt sieht Innenminister Thomas Strobl (CDU), einer der Auftraggeber der Studie, „Baden-Württemberg auf der Überholspur“. Gemeinsam mit den Kommunen und den eigenen Dienstleistern arbeite man mit Hochdruck an neuen digitalen Angeboten.

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