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Neue Kisten aus altem Plastik

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Ohne Kunststoff geht es nicht im groß angelegten Lebensmittel-Einzelhandel – doch die Unternehmen der Schwarz Gruppe arbeiten daran, mit dem Material nachhaltiger umzugehen. Dazu haben sie sich die Strategie „Reset Plastic“ auferlegt. Immerhin können die Gruppen-Unternehmen dabei auf eine eigene Firma zurückgreifen: Prezero, die Entsorgungssparte der Gruppe, ist nicht nur einer der größten Entsorger Deutschlands, sondern investiert gerade massiv in Kunststoff-Recycling. So wurde zu Jahresbeginn in Bremen eine neue Sortieranlage für Leichtverpackungsabfälle in Betrieb genommen. Sie wurde von Prezero gemeinsam mit der örtlichen Firma Nehlsen errichtet. Betreiber der Anlage ist die Sortierkontor Nord (SKN), ein Joint Venture der beiden Unternehmen. Die rund 40 Millionen Euro teure Investition hat eine Sortierkapazität von 150 000 Tonnen pro Jahr und soll das ganze Jahr über rund um die Uhr in Betrieb sein.

Schon im Sommer hatte Prezero eine neue Sortieranlage für Leichtverpackungen im belgischen Evergem in Betrieb genommen. Dort wurden 46 Millionen Euro investiert und dabei etwa 100 Arbeitsplätze geschaffen. Zudem entsteht gerade in Kooperation mit der Wurzer- Gruppe aus dem bayerischen Eitting eine Sortieranlage für Leichtverpackungen am Standort in Eitting. Hier werden 30 Millionen Euro investiert.

Resonanz

Aus den dort recycelten Kunststoffen entstehen nun Materialien und Artikel für die beiden Handelssparten Kaufland und Lidl. Den Auftakt machte die Großfläche: Seit Mitte Januar hat Kaufland sein Sortiment um Haushaltsprodukte erweitert, die zu mindestens 95 Prozent aus recyceltem Plastik bestehen. Die neuen Artikel bestehen aus Polypropylen und das Material dafür stammt aus dem Gelben Sack. Auftakt war mit Aufbewahrungsboxen. Sie wurden aus 50 Tonnen Recyclingmaterial hergestellt. Beteiligt sind die beiden Standorte von Prezero Polymers in Haimburg (Österreich) und in Fonte (Italien).

In Haimburg werden die Plastikverpackungen gewaschen und sortiert, in Fonte wird der saubere Verpackungsabfall zu Granulat verarbeitet, erläutert Kaufland-Sprecherin Ines Rottwilm. „Unser Lieferant stellt daraus dann in Polen die Produkte her.“ Die Reaktionen auf die Verkaufszahlen der Aufbewahrungsboxen waren „überdurchschnittlich positiv, worüber wir sehr erfreut waren“, berichtet sie. Im dritten Quartal würden daher in allen Ländern, in denen Kaufland vertreten ist (außer Polen), weitere Produkte angeboten, die den identischen Kreislauf durchlaufen. Geplant seien Organizer, Mülleimer, Müllbeutelhalter und Klappboxen, für die im ersten Schritt mehr als 226 Tonnen Polypropylen verarbeitet werden.

Kleiderbügel

Seit wenigen Tagen hat nun der Discounter Lidl nachgezogen. In einer nationalen Aktion bietet der Lebensmitteleinzelhändler seit Donnerstag erstmals Haushaltwaren seiner Eigenmarken an, die zu mindestens 95 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestehen. Für die Herstellung wurden wiederum durch Prezero alte Verpackungen gereinigt und zu Kunststoff-Regranulat verarbeitet. In Europa stellte der Entsorgungs- und Recyclingdienstleister daraus beispielsweise nachhaltigere Eimer, Kleiderbügel und Aufbewahrungsboxen her. Mit dem Angebot der Haushaltswaren aus Rezyklat will Lidl zeigen, wie wichtig Recycling für die Vision „Weniger Plastik – geschlossene Kreisläufe“ ist und dass alte Verpackungen ein wichtiger Wertstoff sein können. Künftig will das Unternehmen sein Sortiment mit Produkten aus Rezyklat ergänzen, heißt es in einer Mitteilung.

Holy Grail

Die Schwarz Gruppe ist unterdessen im Rahmen ihrer Plastikstrategie Reset Plastic der branchenübergreifenden Initiative Holy Grail 2.0 beigetreten und in deren Führungsteam berufen worden. Das Pionierprojekt verfolgt das Ziel, eine effiziente Kreislaufwirtschaft mithilfe von digitalen Wasserzeichen anzuregen. Diese digitalen Wasserzeichen sind unsichtbare Barcodes, die die gesamte Oberfläche einer Produktverpackung bedecken und Informationen zu Inhalt, Verpackungsmaterial und Herkunft enthalten. Mehr als 100 branchenführende Unternehmen sind bereits Teil der Initiative und bündeln unter der Leitung des Europäischen Markenverbands AIM ihr umfangreiches Wissen.

 

 

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