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Andrey_Popov

Zwischen E-Books und Streamingdiensten

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In Zeiten von Lockdowns und Einschränkungen ist der Online-Handel beliebter denn je. So verzeichnet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) im zweiten Quartal 2020 ein Wachstum von 16,5 Prozent. Damit wird auch der Kauf von rein digitalen Inhalten immer beliebter. Will man der Umwelt etwas Gutes tun, kann man auf den Ausdruck des gewünschten Buchs verzichten, zumal die E-Book-Variante manchmal etwas günstiger ist als ein Papierexemplar. Doch gehört einem die Datei dann auch wirklich?

Plattformen

Viele wollen den Haushalt mit weniger Ballast gestalten und verzichten zunehmend auf Hardcopys. Der Kunde kauft dann etwa eine CD rein digital, lädt sie herunter und hat schließlich die Audiodateien auf einem lokalen Datenträger. Mittlerweile werden aber viele digitale Inhalte nur noch auf Onlineplattformen oder in Verbindung mit lokalen Apps angeboten. Ob Filme, Hörbücher oder Musik: Entweder sind die Inhalte beim Anbieter gespeichert und man kommt ohne Internet nicht an sie ran, oder man kann sie lediglich mit der App vom Anbieter abspielen.

Im Fall von Videospielen ist eine lokale Speicherung zwar erforderlich, eine Aktivierung läuft aber zumeist über die anbietende Plattform. Bei „kaufen“ denkt man spontan an den Erwerb von Eigentum. Kauft der Kunde eine DVD oder eine CD im (Online-)Handel, gehört sie ihm anschließend auch. Somit kann der Verbraucher sie später auch aus seinem Regal nehmen und an Dritte verschenken. Im Gegensatz zu den analogen Varianten gehen rein digitale Inhalte nicht in das Eigentum des Käufers über. Eigentum kann nach geltendem Recht nämlich nur an körperlichen Gegenständen erworben werden.

Download

Auch wenn ein Download auf ein Endgerät möglich ist, hat der Käufer nur eine Lizenz mit einem vertraglich geregelten Nutzungsrecht erworben. Die Inhalte an Dritte zu verschenken oder das Kopieren sind tabu. Solche und weitere Bestimmungen sind in der Regel explizit in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt. Der Streamingdienst Amazon Prime bietet neben einigen für Abonnenten frei zugänglichen Filmen und Serien zwei weitere gebührenpflichtige Möglichkeiten, diese anzuschauen: ausleihen oder kaufen. Beim Ausleihen werden die Inhalte für eine kurze Zeit zur Verfügung gestellt. Danach verfällt der Zugang wieder. Beim Kauf bekommt der Verbraucher einen dauerhaften Zugang zu der Datei, allerdings nur solange der Anbieter selber über die Lizenzrechte verfügt. Erlöschen diese, verliert auch der Kunde seinen Zugang. red

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