Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Kontaktloses Bezahlen

Aber bitte mit Karte

zurück zur Übersicht

Die Deutschen gelten nach wie vor als ausgeprägte Bargeldliebhaber. Doch während der Corona-Pandemie hat das kontaktlose Bezahlen hierzulande einen deutlichen Schub erfahren. So ist es jetzt auch in vielen kleinen Läden wie Bäckereien oder Metzgereien möglich, mit Karte oder Smartphone zu bezahlen.  Ludwig Hierl, Professor für Accounting, Controlling und Finance an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn, fragte im Februar dieses Jahres 708 Männer und Frauen aller Altersklassen online danach, wie sie üblicherweise ihre Einkäufe bezahlen.

Resultat der „Studie zur pandemiebedingten Änderung des Zahlungsverhaltens“: Der Anteil der Menschen, die beim Einkaufen mit Karte oder Smartphone bezahlen, ist von 60 Prozent vor der Pandemie auf 70 Prozent gestiegen. Parallel dazu sank der Anteil der Traditionalisten: Nur noch zwölf Prozent der Befragten gaben an, überwiegend bar zu bezahlen – vor Corona waren es noch 18 Prozent.

Nutzen

Die Gründe für den Vormarsch des kontaktlosen Bezahlens sind der Studie zufolge unterschiedlich. Der Hygieneaspekt spielt in Corona-Zeiten zwar durchaus eine Rolle – allerdings ist er nur für 33 Prozent der Befragten ein wichtiger Grund zur bargeldlosen Zahlung. Die Hauptrolle spielen für die meisten Nutzer das einfache Handling sowie die Zeitersparnis. 

Misstrauen

Auch die Ablehnung des kontaktlosen Bezahlens hat verschiedene Gründe. Ältere Männer misstrauen laut Umfrage oft den Datensicherheitsstandards. Bei Frauen ist es häufig das mangelnde Wissen, das sie vom Bezahlen mit Handy oder Karte abhält. Auch Zahlungsgewohnheiten und eine schlechte Kostenübersicht beim mobilen Bezahlen spielen bei den Bargeldfreunden eine Rolle. Für Ludwig Hierl beweist die Studie, dass Mobile Payment keinesfalls eine Modeerscheinung ist, die wieder verschwindet. So äußerten 80 Prozent der Befragten bis 45 Jahre den Willen, das kontaktlose Bezahlen künftig vermehrt zu nutzen.

Wichtig ist für den Wissenschaftler, die Barrieren für Mobile Payment zu senken – insbesondere mit Blick auf die ältere Bevölkerung, die sich damit am schwersten tut. „Die erste kontaktlose Zahlung ist die größte Hürde“, sagt Hierl. Wenn man den Smart-Pay-Anteil weiter steigern wolle, müsse man Hemmnisse zu deren Nutzung abbauen. Dies kann dem DHBW-Professor zufolge auf zwei Arten geschehen. „Ältere Bürger müssen über die Zahlungsart besser informiert werden, zum Beispiel durch Schulungen an Sonderterminals. Oder man schafft finanzielle Anreize durch Sonderrabatte oder Kundenkarten“, empfiehlt Hierl.

Galerien

Regionale Events