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Die große Liebe und Dating-Apps: Was spricht dafür, was dagegen?

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Die große Liebe über Dating-Apps wie Tinder, Bumble oder Candidate finden und online daten? Vieles spricht dafür, aber auch dagegen. Lisa und Linda aus der Stimmt!-Redaktion haben da jeweils ihre ganz eigenen Meinungen.

Lisa ist dagegen:  Online-Dating gleicht einer Mogelpackung

Es ist nicht so, dass ich dem Ganzen keine Chance gegeben hätte. Ganz und gar nicht. Erst vor kurzem habe ich mich in die Sphären der Tinder-Welt gewagt. Ja, und was soll ich sagen? Genau so schnell wie ich meinen Account erstellt hatte, genauso schnell war er auch wieder gelöscht. Zugegeben, nicht alles war schlecht. Hin und wieder musste ich lachen. Ein gewisser Michael zum Beispiel schrieb in seiner Bio: „Swipe nur nach rechts, wenn deine Lippen echt und deine Augenbrauen nach dem Duschen noch zu sehen sind.“ Humor hatte er.

Und trotzdem: Pure Überforderung. Unendliches Misstrauen. Das war das, was die meiste Zeit in mir vorging, als ich mich durch die Profile wischte. Vereinzelt waren interessante Männer dabei, so wie Michael. Und trotzdem blieb bei jedem coolem Profil ein fader Nachgeschmack: Online kann sich schließlich jeder von seiner besten Seite zeigen.

Beim Dating verhält es sich doch wie beim Shoppen: Um rauszufinden, ob mir ein Pullover passt, muss ich ihn sehen, fühlen, anprobieren. Vielleicht sieht er auf den ersten Blick gut aus, aber zwickt beim Tragen. Vielleicht kommt er online ganz anders rüber als im echten Leben.

Auch im Online-Dating kann man schummeln, sich jünger, schöner oder witziger präsentieren, als man eigentlich ist. Man(n) kann schreiben, was Frau hören will. Aber macht das nicht jeden automatisch zu einer Mogelpackung? Wer sagt mir, dass dieses oder jenes Profil auch echt ist? Und sich dahinter – worst case - kein durchgeknallter Stalker oder perverser Sexist versteckt? Also habe ich schnell nach links gewischt.

Auch Männer, die mir optisch nicht zusagten, habe ich in die digitale Verdammnis geswipet. Wow, habe ich mich schlecht gefühlt deswegen. Im echten Leben würde ich niemanden so voreilig abschreiben. Wenn die Chemie stimmt, der Humor passt, dann muss ein Mann nicht in mein optisches Beuteschema passen, damit wir uns kennenlernen.

Man verliebt sich schließlich in den Menschen als Gesamtpaket. Tja, aber finde mal durch den Bildschirm deines Handys heraus, ob die Chemie passt. Genau, unmöglich. Da kann dir dein Tinder-Match noch so viele Emojis schicken. Und genau aus diesen Gründen will ich Männer auf die altmodische Art kennenlernen.

 

Linda ist dafür: Alles kann, nichts muss

Anmelden, swipen, matchen: Neue Menschen kennenzulernen, ist dank Dating-Apps wie Tinder und Co. nie einfacher gewesen als jetzt. Warum sollten wir diese technologischen Errungenschaften also nicht im Sinne unserer Absichten nutzen? Egal ob lockeres Abenteuer, ernsthafte Liebe oder einfach nur neue Bekanntschaften knüpfen, je nachdem, wie einem der Sinn steht, kann man seine Suche ausrichten. Alles weitere zeigt sich dann. 

Anders gefragt: Warum sollte ein Treffen im "echten" denn ein Garant dafür sein, dass es auch wirklich zwischen dir und deinem oder deiner Auserwählten passt? Wer sagt denn, dass es besser ist, deinen Zukünftigen oder deine Zukünftige etwa in einer verrauchten Bar kennenzulernen, auf einer alkoholgeschwängerten Party oder über den Kumpel in der Clique, der seinen entfernten Bekannten mitgeschleppt hat?

Ein weiterer Vorteil von Online-Dating: Genauso schnell, wie ein solcher Kontakt aufgeflammt ist, so schnell lässt er sich auch wieder abkühlen. Von Verpflichtung kann auf Tinder wohl kaum die Rede sein. Viel mehr heißt es: Alles kann, nichts muss. Ein Hoch auf die Selbstbestimmung! Aber aufgepasst: Das heißt noch lange nicht, dass man Manieren einfach unter den Tisch fallen lässt und Leute einfach ohne ein weiteres Wort abserviert.

Zugegeben, es ist nicht ganz einwandfrei, sich bei Dating-Apps allein an dem Äußeren eines Menschen und ein paar losen Wörtern in einer selbst geschrieben Biografie zu orientieren. Und doch können ein eindeutiges Profilbild oder eine Eigenbeschreibung ganz klar aussagen, in welche Richtung sich der Kontakt wahrscheinlich entwickeln wird. Die eigene Menschenkenntnis ist immer gefragt. Ein Foto von einem freien Oberkörper oder ein eindeutiger Blick ins pralle Dekolleté sagen schon aus, worauf alles hinausläuft.  

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