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Keine WM für Lauffaule

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Auf der Freibadwiese ein wenig mit der Plastikscheibe herumwerfen, das reicht nicht. Für Jörg Reinert ist Ultimate Frisbee eine zeitaufwändige Angelegenheit. Er ist ja auch Nationalspieler.


Laufintensiv

Am Montag beginnen in Heilbronn die Junioren-Weltmeisterschaften. Reinert gehört zum Kader der deutschen U-20-Mannschaft, die das Halbfinale erreichen möchte. Mindestens ein Mal pro Woche geht der 18-jährige Lokalmatador vom DJK SB Heilbronn joggen. Zwei, drei Mal in der Woche gibt es Frisbee-spezifisches Training mit der Scheibe. Dazu kommen individuelle Kraft-Einheiten.

Ultimate Frisbee ist eine sehr laufintensive Sportart. Anstrengender als Fußball, da sind sich die Scheibenwurf-Asse einig. Im Heilbronner Frankenstadion und auf den Plätzen drumherum wird man es sehen können. Am kommenden Montag um 18 Uhr beginnt die WM mit dem Nachbarschaftsduell Deutschland gegen Österreich.

An den darauffolgenden Wochentagen geht es morgens immer schon um 8 Uhr los. Es wird jeweils eine Vor- und eine Zwischenrunde gespielt. Bei der U 20 kämpfen Jungs und Mädels um eine möglichst gute WM-Platzierung. Bei der U 17 geht es für beide Geschlechter um den Europameistertitel.


Ein Kinderspaß

Dem Name Frisbee liegt ein kleiner Buchstabenfehler zugrunde. Die Bäckerei "Frisbie Pie Company" verkaufte in den USA Kuchen in runden Metalldosen. Kinder am Strand von Long Island entdeckten die hervorragenden Flugeigenschaften der Deckel. Das war um das Jahr 1920 herum.

Später nutzten Studenten der Yale-Universität die Deckel, um Spaß zu haben. Sie riefen, so besagt es die Legende, laut "Frisbie", um den Fänger zu warnen. Die erste maschinell produzierte Scheibe aus Plastik gab es dann 1948.


Verwurzelt

Ultimate Frisbee wurde in Deutschland erstmals 1979 gespielt. 1981 fand die erste offizielle Meisterschaft in Duisburg statt. Vor zehn Jahren war Heilbronn Schauplatz der Aktiven-WM. 1500 Sportler aus 23 Ländern waren ins Unterland gekommen. Es wurde ein großer Publikumserfolg. Nun, anno 2010, wollen die Organisatoren mit den Junioren-Weltmeisterschaften daran anknüpfen.

In der Region ist die Sportart stark verwurzelt. Von den 20 Spielern, die für die männliche U-20-Nationalmannschaft nominiert worden sind, kommen 13 aus Heilbronn, Bad Rappenau, Bönnigheim oder Gemmrigheim. "Ich bin schon ein bisschen nervös", sagt Jörg Reinert. "Wenn die Familie und Freunde bei einer WM dabei sind, das ist schon ein anderes Gefühl als sonst. Ich habe mehr als üblich trainiert."


Viele Nationen

797 Sportler aus 21 Nationen sind dabei – so viele wie nie zuvor bei einer Junioren-Weltmeisterschaft. Neben zahlreichen europäischen Nationen spielen auch Auswahlteams aus Australien, Kanada, Kolumbien, Israel, Japan und den USA mit. Sieben gegen Sieben – das ist die Grundordnung. Um einen Punkt zu erzielen, muss die Scheibe in der Endzone des Gegners gefangen werden. Wer 17 Punkte hat, ist der Sieger.


Dynamischer Sport

Wichtig zu wissen für Laien, die es erstmals zum Ultimate Frisbee verschlägt: Wenn man die Scheibe in der Hand hat, darf man nicht laufen.

Es kommt also aufs Passspiel an. Und auf die Lauffreudigkeit der freien Mitspieler. "Frisbee ist sehr dynamisch", sagt Mark Kendall, der Sportliche Leiter des Heilbronner Weltturniers. Der gebürtige Amerikaner lebt in Massenbach und hat die Sportart in der Region sehr gefördert.


Ohne Schiedsrichter

Eine Eigenart beim Ultimate Frisbee ist, dass ohne Schiedsrichter gespielt wird. Der Fairplay-Gedanke wird in dieser Sportart sehr wichtig genommen. Es gibt zwar Manndeckung – aber ohne Körperkontakt.



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