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Den Teamgeist fördern

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Kurz vor 8 Uhr morgens sind die Jalousien an der Mehrzweckhalle in Massenbach noch unten. An den Fenstern und im Eingangsbereich stehen jede Menge Sportschuhe zum Lüften. "Eine unserer Regeln lautet, alles, was riecht, muss raus", meint Mauricio Moore mit einem breiten Grinsen.

Der 32-Jährige ist Cheftrainer der kolumbianischen Frisbee-Jugend. Drei Tage und Nächte hatten die Südamerikaner zur Vorbereitung auf die am nächsten Montag startende Weltmeisterschaft im Ultimate Frisbee in Heilbronn im Leintal verbracht.


Matratzenlager

Langsam quälen sich die Mädchen und Jungen von ihrem Matratzenlager. Sieben Stunden ist Kolumbien zeitlich hinter Deutschland, ein bisschen Eingewöhnungszeit muss schon sei. Das Leitungsteam versucht, die Jugendlichen deswegen jeden Morgen etwas früher zu wecken, um sie an den Tagesablauf des Turniers zu gewöhnen. "Da müssen wir sie auch schon mal von den Nickerchen während des Tages abhalten", weiß Moore.


Erstes Mal im Ausland

Am Mittwochmorgen um 2 Uhr kamen die 60 Mädchen und Jungen mit dem Bus vom Frankfurter Flughafen an. Dann mussten erstmal die ganzen aufblasbaren Matratzen mit Luft versorgt werden, bevor alle schlafen gehen konnten. Trotz Müdigkeit fällt das nicht immer ganz leicht, schließlich sind die meisten von ihnen das erste Mal überhaupt im Ausland und dann gleich in Europa.

So geht es auch Fausto. Seit sechs Jahren spielt er Frisbee, und niemals hätte er es sich träumen lassen, damit mal das Land zu verlassen. "Es ist mir vollkommen egal, wo ich schlafe und wie das Wetter ist, es ist einfach ein Traum, überhaupt hier zu sein", findet der 16-Jährige.

Kennenlernen

Gemeinsames Übernachten in der Turnhalle, an diesem Samstag ziehen sie in ein Klassenzimmer der Gustav-von-Schmoller-Schule nach Heilbronn, schweißt zusammen. "Die Sportler lernen sich vor dem Turnier kennen, wenn sie gemeinsam das Bad putzen oder den Müll raus bringen", meint ihr Trainer.

Und das verbessert das Zusammenspiel, denn die Jugendlichen kommen aus vier verschiedenen Städten und kannten sich vorher wenig oder gar nicht. Neun von ihnen sind Teil eines speziellen Programms der Regierung, das Sport in unterprivilegierte Stadtteile bringt. Seit einem Jahr trainieren die Jungen und Mädchen, um hier dabei sein zu dürfen.


Keine Tradition

Ein genauer Tagesablauf muss sein. Zum Frühstück gibt es Cornflakes, Milchreis, Saft und Brötchen. "Die muss immer der holen, der nach Mitternacht noch laut ist", erklärt Moore. Die erste Mahlzeit des Tages hat in Kolumbien keine große Tradition, doch für Sportler ist sie wichtig. Auch hier also umgewöhnen.

Jeweils einmal am Vormittag und am Abend wird trainiert, dazwischen steht Strategie auf dem Stundenplan. Zwischendurch soll es auch mal je nach Wetter ins Freibad oder so gehen. Doch egal, was in den zwei Wochen ihres Aufenthalts genau passiert – es wird ein unvergessliches Erlebnis.


Junioren-WM

Vom 2. bis 7. August finden in Heilbronn die Weltmeisterschaften der Junioren im Ultimate Frisbee statt. Insgesamt sind 42 Mannschaften vertreten. Hauptveranstalter ist die DJK Heilbronn, aber auch die Frisbeeabteilung des TSV Massenbach unterstützt nach Kräften. Allein zwölf Mitglieder arbeiten die komplette Woche durch. Sieben Spieler sind außerdem in den deutschen Nationalmannschaften dabei. Die Eröffnungsfeier ist am Montag um 16.30 Uhr im Frankenstadion.




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