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Organisatoren im Stress

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Wenn der ferngesteuerte Modellhubschrauber heute Abend die Spielscheibe ins Heilbronner Frankenstadion bringt und mit einer Rauchfahne in den Deutschlandfarben wieder abzieht, fällt um 16.30 Uhr nicht nur der Startschuss für die Eröffnungsfeier der Frisbee-Junioren-WM. Dann fällt von Peter Deißler und hunderten weiteren Helfern im Hintergrund dieser Großveranstaltung einiges an Stress und Aufregung ab. Denn was sie hinter den Kulissen geschuftet haben, damit diese überhaupt entstehen, ist enorm.


Kaum Schlaf

Peter Deißler leitet eigentlich die Abteilung mit dem schönen schwäbischen Namen Muggeseggele im DJK Sportbund Heilbronn. Die Frisbee-Spieler im Verein haben sich nach den kleinen Fliegen getauft. Der Club richtet auch die WM aus. Doch besonders Muggeseggele Deißler kommt sich in diesen Tagen vor, als ob er einen Sack Flöhe beisammen halten muss.

Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. "Ich schlafe zurzeit wenig", sagt er. "Vier Stunden etwa." Mehr Zeit hat er nicht, denn den Rest der Nacht müssen E-Mails versendet und lange Listen darüber gemacht werden, was tagsüber noch alles zu tun ist.


Improvisation

Zum Beispiel dies: Einer US-Frisbee-Spielerin und ihrem 16 Monate alten Kind, die sich die Endspiele anschauen wollen, hatten der Cheforganisator und sein Team ein Appartement verschafft. Die Mutter will unbedingt selbst für ihr Kind kochen. Doch die Reservierung platzte, was die Muggeseggele und ihre Gehilfen ausschwärmen ließ, um eine neue Bleibe zu suchen. Jetzt nächtigt die Besucherin im Schwesternwohnheim des Klinikums. Eine Weltmeisterschaft mit 43 Teams aus 21 Ländern vorzubereiten, erfordert eben Improvisationskunst.


Extra-Wünsche

Auch beim Essen. Ein italienischer U-17-Spieler ließ wissen, dass er kein Gluten verträgt, das fast in allen Backwaren vorkommt. Deißler hat den Cateringservice gebeten, auch das noch zu berücksichtigen. Ab Sonntagabend wollen 797 Spieler und 136 Funktionäre nebst Betreuerstab mit 13 651 Essen in einer WM-Woche versorgt werden. Das funktioniert nicht mit der Gulaschkanone der Bundeswehr.

Es soll täglich Fleisch, vegetarisch und Pizza geben. Die Japaner haben schon nach zerkleinertem Eis und gekühlten Getränken gefragt. Mit 9000 Litern gegen den Durst kalkuliert der Veranstalter. Andere Teams fragen nach Massage-Liegen. Das ganze Tohuwabohu muss Deißler in einem babylonischen Sprachengewirr entschlüsseln. Deutsch ist nicht unbedingt die erste Sprache im internationalen Frisbeesport. Mit Japanern und Italienern Englisch zu reden, ist aber auch nicht so einfach.


Mordsarbeit

Neun Plätze sind im und am Frankenstadion vermessen und präpariert. Mark Kendall, der sportliche Leiter der WM, bringt die 40 Mitarbeiter aus Lettland, Kanada und den USA auf den letzten Stand. Sie sollen die Punkte bei den mehr als 200 Spielen zählen. Kendall sagt: "Das ist eine Mordsarbeit." Wird Zeit, dass die WM startet.




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