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Party macht Lust auf Urnengang

Übersicht

Antonia Bauer (14) vom Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium organisiert gerne, findet es toll, mitzugestalten und empfände es als Ehre, in den Jugendgemeinderat (JGR) gewählt zu werden. Besarta Hajra (15) von der Helene-Lange-Realschule möchte gerne "Verantwortung übernehmen“, Umweltthemen forcieren und Heilbronn weiter nach vorne bringen. Ähnlich Mehmet Can Sözen (16). Er zeigt sich "für jede Anregung offen“ und bringt gleich mal eine handfeste eigene Idee ins Spiel: ein Jugendtreff, am besten mit Fußballplatz. 

Vorstellung

Soweit das Extrakt der Wahlprogramme dreier junger Leute, die zusammen mit 40 anderen für den neuen Jugendgemeinderat kandidieren. Nächste Woche können dazu fast 6000 Heilbronner Jugendliche an 29 Schulen ihre Stimmen abgeben. Am Mittwochabend nutzten die meisten Kandidaten die Chance, sich bei einer Wahlparty vorzustellen: in Wahlreden, in Podiumsdiskussionen oder gar in einem programmatischen Videoclip, wie ihn Alexandra Nickel vorführte.

Programmatisch war auch die Location: der Deutschhofkeller, eine Wiege der Heilbronner Jugendkultur. Rot-weiß-blaue Girlanden, Luftballons, Wahlplakate, allerhand Infomaterial, Bühne mit Beamer sowie 120 "Fans“ sorgten – neben den charmanten Moderatorinnen Rita Agirman und Selin Yumak – für den passenden Rahmen. 

Allen voran warben JGR-Vorsitzende Melanie Puglia und Oberbürgermeister Harry Mergel für eine möglichst hohe Wahlbeteiligung. Puglia nannte den JGR eine große Chance, sich für die Interessen der Jugend stark zu machen und eigene Ideen zu realisieren. Sie vergaß nicht, die Unterstützung von Verwaltung und Gemeinderat zu loben.

Wichtige Projekte

Bevor der OB seine Erwartung an die Nachwuchspolitiker formulierte, tippte er die Motoren der aktuellen Kommunalpolitik an: Wirtschaftswachstum, Bildungsoffensive sowie Integration und Partizipation. Bestes Beispiel dafür sei der JGR, wo zwei Drittel der Kandidaten einen Migrationshintergrund hätten. Mit Blick auf Buga, Stadtteil Neckarbogen und andere langfristigen Vorhaben nannte es der OB wichtig, dass junge Leute bei Zeit lernen, politisch zu agieren, sprich: Persönlichkeit entwickeln und Toleranz lernen, um "Heimat mitzugestalten“.

Wie das konkret aussehen kann, zeigten anhand einiger Leuchtturmprojekte Melanie Puglia und Rita Agirman: Nachtbusse, zwei Basketballfelder, ein Beachvolleyballfeld oder etwa die Sanierung des Bolzplatzes an der Max-Planck-Straße. Zudem werde der JGR in wichtige Projekte der Stadtentwicklung eingebunden, lerne bei Seminaren und Workshops viel dazu und klinke sich gerne in Veranstaltungen ein: vom Treffpunkt Europa über Buga-Baustellenfeste bis zum Nachhaltigkeitstag. Nicht zuletzt habe man mit der Diakonie das preisgekrönte Flüchtlingspatenschaftsprojekt Welcome auf die Beine gestellt. 

Bei der Aftershow-Party war – zu den Klängen der DJs Hürkan und Musti – für Diskussionsstoff gesorgt. Wermutstropfen: Die Zahl der Kandidaten ist gegenüber 2016 um zehn auf 43 gesunken, außerdem sind manche Kandidaten nachträglich abgesprungen. Schulstress, kein politisches Interesse oder zu wenig Info-Arbeit? Darüber zerbricht sich auch Geschäftsführerin Carolin Haug den Kopf. Vielleicht könnte eine Umfrage des neuen Rates weiterhelfen. "Aber ich will nicht vorgreifen.“ Aber dieses Großprojekt für 2018 ist gesetzt: Das Jubiläum "20 Jahre Jugendgemeinderat“.

 

 

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