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Neue Gesichter im kleinen Ratssaal

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Alles ist ausgezählt, alles geprüft. Gestern legte das Rathaus die Ergebnisse der Jugendgemeinderatswahl 2018 vor. Und siehe da: Das angeblich schwache Geschlecht hat künftig die Oberhand. In den beiden vorherigen Legislaturperioden 2014/15 und 2016/17 hatten dem 20-köpfigen Gremium jeweils zehn Mädchen und zehn Jungen angehört. Nun ist das Verhältnis 15:5

Neue Jugendgemeinderäte

Die Wahlbeteiligung liegt mit 54,3 Prozent (2016: 53,3 Prozent) leicht über dem Wert des letzten Urnengangs. Die Zahl der stimmberechtigten jungen Leute zwischen 14 und 17 Jahren betrug genau 4856. Voraussetzung zum Wahlgang, der in der Vorwoche an 29 Schulen im Stadtkreis über die Bühne ging, war neben dem Alter, der Hauptwohnsitz in der Stadt.

Zur Wahl gestellt hatten sich 43 Schüler; 2016 waren es 53. Gewählt wurden Mädchen und Jungen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, davon sieben von Gymnasien, fünf von Realschulen, drei von Werkrealschulen, drei von Beruflichen Schulen sowie zwei von einer Gemeinschaftsschule. Bis auf Klingenberg und Horkheim sind alle Stadtteile vertreten, die Kernstadt sogar mit elf Räten, Böckingen mit vier. 

Lisa Roth (17), die sich als einzige erneut zur Wahl gestellt hatte, wurde wiedergewählt. Stimmenkönig ist mit 1401 Stimmen Mehmet Can Sözen vor Afranur Polat (1178), Albina Hebibi (1129) sowie Antonia Bauer (1042) und Besarta Hajra (1023). Unsere Stimme-Grafik zeigt die gewählten Nachwuchspolitiker; einer wollte kein Bild von sich zeigen. 

Kein Laberverein

Die Namen lassen vermuten, dass die Eltern nicht aus Deutschland stammen. "Das ist unser Heilbronn und Spiegel der gesellschaftlichen Wirklichkeit“, weiß JGR-Geschäftsführerin Carolin Haug. 70 Prozent der 13 000 Heilbronner unter 18 hätten einen Zuwanderungshintergrund. "Wir im Jugendgemeinderat reden deshalb nicht von Integration, wir leben sie“, hat Melanie Puglia schon vor der Wahl unterstrichen. Puglia sieht in dem Gremium die große Chance, sich für die Interessen der Jugend stark zu machen und eigene Ideen zu realisieren: mit freundlicher Unterstützung von Verwaltung und Gemeinderat. Angesichts von Buga, Stadtteil Neckarbogen und anderer langfristiger Vorhaben ist es laut Oberbürgermeister Harry Mergel wichtig, dass junge Leute bei Zeit lernen, politisch zu agieren, sprich: Persönlichkeit entwickeln und Toleranz lernen, um "Heimat mitzugestalten“.

Dass es sich um keinen "Laberverein“ handelt, zeigen die Erfolge der Vorgänger: Nachtbusse, zwei Basketballfelder, ein Beachvolleyballfeld oder etwa die Sanierung des Bolzplatzes an der Max-Planck-Straße. Zudem wird der JGR in wichtige Projekte der Stadtentwicklung eingebunden und klinkt sich gerne in Veranstaltungen ein: vom Treffpunkt Europa bis zum Nachhaltigkeitstag. Nicht zuletzt hat man mit der Diakonie das preisgekrönte Flüchtlingspatenprojekt Welcome auf die Beine gestellt. 

Die konstituierende Sitzung des auf zwei Jahre gewählten Gremiums findet am Donnerstag, 15. März, im kleinen Ratssaal statt. Zu Beginn der Legislaturperiode gibt es ein Einführungsseminar zu kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen. Dabei legen die jungen Räte ihre Ziele und Schwerpunkte fest. Gesetzt ist 2018 das Jubiläumsprojekt "20 Jahre Jugendgemeinderat“.

Weitere Infos

Weitere Infos findet ihr auf der Homepage des Jugendgemeinderates Heilbronn und hier auf dem Jugendportal Stimmt!

 

 

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