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Bolzplatz der Demokratie

Übersicht

"Der Gemeinderat ist das Stadion der Demokratie, und der Jugendgemeinderat der Bolzplatz." So brachte Oberbürgermeister Harry Mergel bei einem Fest zum 20-jährigen Bestehen des Heilbronner Jugendgemeinderates (JGR) die Intention dieses Gremiums auf den Punkt. Dort gehe es mitunter "etwas luftiger" zu, gleichwohl seien gleichermaßen eine gute Aufstellung, Übersicht, Fairness und Kameradschaft angesagt.

Crêpes, Wraps und Henna

Mergel, der selbst ein talentierter Techniker und Mittelfelddirigent ist, wagte sogar eine Anspielung auf den "Fall Mesut Özil". Gewiss spürten auch einige junge Heilbronner Räte "zwei Identitäten in sich". Mit Blick auf deren Migrationshintergrund stellte er klar: "Bringt ruhig die kulturellen Schätze eurer Eltern mit ein. Aber bitte: Lasst euch nie mit einem Autokraten abbilden."

Auf dem weiten Rund des Wertwiesenparks klafften bei der Jubiläumsfeier zwar hitzebedingte Lücken. Doch bei Klängen des Rappers Dennis Da Menace und DJ Martin King verflog die Zeit wie im Flug. Und am Rande kamen junge und "richtige" Gemeinderäte sowie etliche Gäste aus Verbünden und Familien locker ins Gespräch: von der Cocktailbar über Stände mit Crêpes, Eis, Süßwaren, Wraps, Twister sowie Henna und Haareflechten - bis zum JGR-Pavillon. Dort und vor allem auf der Bühne stand neben aktuellen Projekten die Historie im Blickpunkt. 

Arbeit des Jugendgemeinderats

OB Mergel gilt als einer der Väter der jungen Räte. Als SPD-Stadtrat hatte er 1998 zusammen mit dem CDU-Chef Artur Kübler gegen die damals von Manfred Weinmann geführte Stadtverwaltung den JGR auf den Weg gebracht. Grundidee laut Protokoll: "Die Diskussion über die Situation junger Menschen am Ort aktiv zu fördern und ihnen Gehör zu verschaffen." Oder anders gesagt: Wenn man was verändern will, muss man dort hin, wo die Musik spielt - und wo es manchmal weh tut. Dass die jungen Leute durchaus etwas bewegen, zeigt eine lange Projektliste: vom Nachtbus über die gebührenfreie Bibliothek und diverse Sportplätze bis zum Hip-Island-Standort und Integrationsprojekten.

"Aus ihrem reichen Erfahrungsschatz", so sagte die amtierende Vorsitzende Lisa Roth, berichteten unter ihrer Moderation zwei amtierende Räte, Fredy Pacuraran und Laura Mikirtychev, sowie Astrid Wagner, Mitglied im ersten JGR (1998-2000), Jakob Dongus (2012-2014), Maxim Kramer (2014-2016) und Rita Agirman (2016-2018).

Astrid berichtete von der "Findungsphase" im Wilhelm-Waiblinger-Haus unter Federführung des Jugendhausvereins. Wie sich der JGR, nicht zuletzt mit freundlicher Unterstützung der Geschäftsstelle, namentlich Carola Batora, Carolin Haug und Rebekka Rau, professionalisierte, wusste Maxim. So tage man im Kleinen Ratssaal, habe einen eigenen Etat (8000 Euro) und werde regelmäßig in den "richtigen Gemeinderat" geladen. Dass die Arbeit in sechs themenbezogenen Arbeitskreisen "professionell" ablaufe und "der politische Einfluss tatsächlich immer größer geworden" sei, sagte Fredy, auch wenn dies öffentlich zu wenig wahrgenommen werde.

Flüchtlingsprojekt und andere Verantstaltungen

Dabei sei die Öffentlichkeitsarbeit ständig ausgebaut worden: Anfangs beschränkte sich die Werbung auf Schulen, heute bediene man fast alle Online-Kanäle, wusste Laura. Rita hob die starke Präsens bei Veranstaltungen wie Nachhaltigkeitstag, Europatag, Wertwiesen-Kinderfest bis hin zum mehrfach preisgekrönten Flüchtlingspatenschaftsprojekt hervor. Warum Rita nicht mehr kandiert habe? "Ich hatte mit anderen Engagments zeitweise eine 55-Stunden-Woche, dann wollte ich mich aufs Abi konzentrieren." Jakob riet "allen, mitzumachen". Ihn habe das Engagement -“ ganz abgesehen von den Freundschaften - "persönlich extrem weitergebracht. Und wenn es manchmal auch anstrengend war, bekam ich einen Mehrwert fürs Leben": bis hin zum Listenplatz bei der richtigen Gemeinderatswahl

 

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