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Pawlow macht Ernst

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Jetzt hat der Trainer es also ausgesprochen, zum ersten Mal öffentlich. Abstiegskampf. Darum geht es bei den Heilbronner Falken. Und Igor Pawlow hat nach dem 2:4 gegen Rosenheim zum Abschluss der DEL-2-Hauptrunde hinzugefügt, dass seine Mannschaft derzeit nicht bereit sei für einen erfolgreichen Abstiegskampf. Vieles müsse besser werden. Pawlow, der in den vergangenen Wochen immer wieder betont hatte, man müsse das Positive in den Vordergrund stellen, watschte seine Spieler nun kräftig ab. Die Leistungen seien "einfach nicht gut genug".

Am Freitagabend beginnt mit dem Auswärtsspiel beim Tabellenvierten EV Landshut die neu eingeführte Zwischenrunde. Zehn Spiele umfasst sie, 30 Punkte können die Falken also maximal holen. Doch die Liste der Defizite ist lang. Ein Überblick:
 

Dumme Strafzeiten

"Es fehlt an Disziplin", schimpfte Igor Pawlow. "Wir haben unsere Emotionen nicht beherrscht." Auf die Palme gebracht hatte ihn eine Situation im ersten Drittel, als Adriano Carciola und Sachar Blank in der 9. Minute gleichzeitig wegen Beinstellens für zwei Minuten vom Eis mussten. Es stand 0:1. Nur mit "Riesenglück", so Pawlow, habe man das 0:2 vermeiden können. "Normalerweise ist das Spiel dann schon gelaufen." Die beiden Stürmer Carciola und Blank ließ der Trainer danach nicht mehr aufs Eis. Eine Erziehungsmaßnahme. "Die müssen einfach lernen."
 

Zweikampfschwäche

Vor allem das "Verhalten an der Bande und in den Ecken" passt dem Trainer gar nicht. Viel zu viele Duelle mit den Gegnern gehen dort verloren. Die Falken haben nicht die gesunde kämpferische Härte, die andere Mannschaften mitbringen.
 

Chancenverwertung

Der Blick auf die Tabelle sagt viel: Mit nur 114 Toren in den 44 Hauptrundenspielen haben die Falken die schwächste Offensive aller zwölf DEL-2-Teams. Selbst das Tabellenschlusslicht Kaufbeuren, das finanzell gar nicht gut gestellt ist und keine Stürmer der Gehaltsklasse von Robert Hock, PJ Fenton oder Adriano Carciola beschäftigen kann, hat fünf Tore mehr hinbekommen. Es ist nicht so, dass die Falken sich keine Chancen herausspielen. Es fehlt die Entschlossenheit vor dem Tor. Nur Frantisek Mrazek ist mit 24 Toren in 36 Spielen ein Knipser.
 

Powerplayschwäche

Die Überzahl-Erfolgsquote über die gesamte Hauptrunde hinweg sieht gar nicht mal so schlecht aus. 192 Powerplaysituationen führten zu 40 Toren, das entspricht einer Quote von 20,83 Prozent. Nur vier Mannschaften sind statistisch besser: Bietigheim (26,70), Bremerhaven (24,20), Landshut (22,12) und Ravensburg (21,99). Aber gegen Rosenheim konnten die Falken von sieben Möglichkeiten nur eine nutzen. "Natürlich muss unser Powerplay produktiver und effektiver sein", monierte Igor Pawlow. Noch schlimmer: "In Überzahl kassieren wir ein Gegentor, das geht gar nicht." Es war das 1:3 − die Vorentscheidung.
 

Auswärtsmisere

Die letzten zehn Spiele in der Fremde gingen allesamt verloren. Von 30 möglichen Punkten wurde nicht einer geholt. Eine Katastrophenbilanz.
 

Einstellung

Der Trainer fordert von seiner Mannschaft mehr Biss, "sich mit Motivation durchzukämpfen". Mit einem ganz schweren Programm starten die Heilbronner in die Zwischenrunde. Erst beim Auswärts-Angstgegner EV Landshut, dem Tabellenvierten, dann zu Hause erneut gegen Rosenheim, den Zweiten. Von den bislang acht Spielen in dieser Saison gegen diese beiden Mannschaften gewannen die Falken keines. Die Bilanzen sind verheerend. Gegen Landshut gab es zu Hause ein 3:4 und ein 0:5, auswärts ein 2:7 und 3:7. Gegen Rosenheim verloren die Falken zu Hause mit 2:3 nach Verlängerung und 2:4, auswärts mit 2:5 und 0:5. Igor Pawlow will in seinem Team nun "Kampfschweine" sehen: "Wir brauchen diese kämpferische Stärke."
 

Trainerfazit

Zweierlei ist für Pawlow besonders wichtig: "Disziplin und Zusammenhalt, das muss einfach da sein." Auch die Mentalität muss sich ändern. "Jeder muss wissen, wie schwer es im Abstiegskampf sein wird", sagt der Trainer. Die von ihm monierten Defizite müssten schnell beseitigt werden. "Sonst haben wir keine Chance."
                            

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