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Seattle bricht Rekorde

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Derart vorgeführt wurde im wichtigsten Endspiel Nordamerikas noch kaum ein Team. Dank einer demütigenden Gala-Vorstellung gegen die Denver Broncos sind die Seattle Seahawks erstmals auf den amerikanischen Football-Thron geflogen. Im 48. Super Bowl der Profiliga NFL besiegte das Team von Coach Pete Carroll am Sonntag völlig überforderte Broncos um Quarterback-Star Peyton Manning mit 43:8. Der vermeintliche Giganten-Gipfel verkam vor 82 529 Zuschauern im MetLife-Stadium von East Rutherford in New Jersey und Hunderten Millionen TV-Zuschauern weltweit zum Langweiler.
 

Talent, Trainer, Fans

"Wir haben daran geglaubt, dass wir es schaffen können. Wir hatten das Talent, die Trainer, die besten Fans der Liga", jubelte Spielmacher Russell Wilson im Konfetti-Regen. Sein Broncos-Pendant Manning suchte derweil vergeblich nach einer Erklärung für die dritthöchste Pleite der Super-Bowl-Geschichte. "Wir haben gegen ein großartiges Team gespielt. Und um zu gewinnen, hätten wir richtig gut sein müssen – aber das ist uns nicht mal ansatzweise gelungen", meinte der 37-Jährige. Manning blieb es somit versagt, als erster Quarterback zwei Teams zum Titel zu führen.

Unter seiner Regie hatten die Broncos in dieser Saison sämtliche Offensiv-Rekorde der Liga pulverisiert. Im Duell gegen die beste NFL-Defensive waren sie jedoch nur ganze zwölf Sekunden ebenbürtig – und hechelten anschließend aussichtslos einem immer größer werdenden Rückstand hinterher. Ausgerechnet Manning konnte zu Beginn der Partie vor der eigenen Endzone das Lederei nicht festhalten. Seattle nutzte dies aus und lag durch einen sogenannten Safety 2:0 vorn – dies waren die schnellsten Punkte der Endspiel-Historie.
 

Wertvollster Spieler

Am Abend vor dem Endspiel war Peyton Manning zum fünften Mal zum wertvollsten Spieler (MVP) der Saison gewählt worden. Doch nun hat er einmal mehr seine Kritiker bestätigt, die ihm in den wichtigen Spielen schwache Nerven bescheinigen. Bereits in der ersten Halbzeit landeten zwei seiner Pässe beim Gegner. Beide Male bestrafte Seattle die Interceptions mit Touchdowns und lag zur Pause mit 22:0 vorn. „Manning in der MetLife-Krise“, wurde noch während des Spiels auf Twitter gespottet.

Die Broncos-Fans konnten sich in der Halbzeit nur kurz durch die imposante Musikshow von Bruno Mars und den Red Hot Chili Peppers ablenken. Dann dauerte es wieder nur zwölf Sekunden, bis das Debakel weiterging. Seattles Percy Harvin trug den Ball nach dem Anstoß postwendend über 87 Yards in die Denver-Endzone zum 29:0.
 

Getränkedusche

"Am Ende des Tages gibt es keine Entschuldigungen. Sie waren einfach besser", räumte Denvers Coach John Fox ein. Seattles Trainer Carroll dagegen erklärte, nachdem ihm sein Quarterback Wilson die traditionelle Getränkedusche verpasst hatte: "Wir haben genau so gespielt, wie wir es vorhatten. Die Spieler hatten keine Sekunde daran gezweifelt, dass sie diese Leistung abrufen können." Gewohnt großmäulig polterte Abwehr-Star Richard Sherman: "Ich hoffe, wir haben heute ein paar Namen aus den Geschichtsbüchern radiert."

Für die Broncos war es im siebten Endspiel die fünfte Niederlage – kein NFL-Team hat mehr Super Bowls verloren. Die "Denver Post" holte zum Rundumschlag aus: "Die Broncos litten unter entsetzlichem Lampenfieber, das in Panik ausartete, zu einem Desaster führte und in einer Demütigung endete." Seit dem 48:21 der Tampa Bay Buccaneers 2003 gegen die Oakland Raiders war kein Endspiel mehr so einseitig. In Seattle stürmten Zehntausende Menschen trotz Minustemperaturen auf die Straßen und feierten euphorisch den ersten Titelgewinn ihrer Lieblinge.
             

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