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6:3 – Falken zeigen Charakter

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Man darf hoffen, auch wenn die Düsternis groß ist. "Ich werde nie aufgeben, ich bin Optimist", hatte Igor Pawlow, der Trainer der Heilbronner Falken, nach der bitteren 4:6-Heimpleite gegen Kaufbeuren und dem damit verbundenen Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz in der DEL 2 gesagt.

Am Freitagmittag war sein Team nach Garmisch-Partenkirchen gefahren. Als es in der Nacht zurück nach Heilbronn ging, hatten die Falken einen hohen Überraschungssieg im Gepäck. Mit 6:3 (1:2,1:0,4:1) gewannen sie beim Tabellenvierten SC Riessersee.

Der Matchwinner hieß Adriano Carciola. Dem Flügelstürmer gelangen vier Tore.

"Wenn wir konzentriert spielen, sollten wir auch weiterhin zu Hause siegreich bleiben", hatte SCR-Trainer Toni Krinner vor der Partie gesagt, aber davor gewarnt, dass die zuletzt von Igor Pawlow heftig kritisierten Falken-Profis schwer zu packen sein könnten: "Das wird die Mannschaft sicherlich nicht auf sich sitzen lassen und gegen uns eine Reaktion zeigen."

Das tat sie. Aber mit Verspätung. Erst nach einem 0:2-Rückstand legten die Falken richtig los.
 

Schnelles 0:1

Im ersten Drittel hatten sie gleich wieder ein schnelles Gegentor kassiert. Nach 1:43 Minuten war Branislav Konrad im Heilbronner Tor geschlagen, Andreas Pauli traf für den SCR. Konrad hatte am vergangenen Wochenende nach 43 Sekunden in Weißwasser und nach 38 Sekunden gegen Kaufbeuren Treffer hinnehmen müssen.

Das 0:2 ließ nicht lange auf sich warten. Florian Vollmer erzielte es in der 9. Minute. Alles vorbei? Nur scheinbar. Adriano Carciola schaffte den Anschlusstreffer, das war in der 17. Minute. Das 2:2 war möglich, doch Robert Hock vergab die Chance. Im SCR-Tor stand nach fünfwöchiger Verletzungspause wieder Bryan Hogan, die Nummer eins.

Drin war die Scheibe dann in der 22. Minute. Carciola hatte getroffen. Trainer Pawlow hatte zuletzt moniert, die Mannschaft sei "mental schwach. Es fehlt der kämpferische Charakter." Diesmal stimmte das nicht. Als George Kink in der 46. Minute fürs 3:2 des SC Riessersee sorgte, dauerte es nur 33 Sekunden bis zum 3:3. Zum dritten Mal war Adriano Carciola der Torschütze. Brady Leisenring erzielte wiederum nur 39 Sekunden später gar das Heilbronner 4:3.
 

Unterzahl-Treffer

Alles klar war dann in der 53. Minute. Flügelstürmer Carciola machte sich in 5:3-Überzahl endgültig zum Mann des Abends. Alexander Ackermann durfte sogar noch über ein Tor in Heilbronner Unterzahl jubeln. Es war das 6:3 (57.). Interessant ist nun die Frage, ob dieser Sieg als Initialzündung für bessere Tage taugt. Kürzlich, nach dem 4:3-Coup beim EV Landshut, war das nicht der Fall.

Am Sonntag (18.30 Uhr, Kolbenschmidt-Arena) geht es gleich noch einmal gegen den SC Riessersee. Die beiden Heimspiele in der DEL-2-Hauptrunde haben die Falken gegen die Garmischer gewonnen, erst mit 8:1, dann mit 3:2. Mit einem weiteren Erfolg würde man den Tabellenletzten Crimmitschau deutlich auf Distanz halten, sieben Punkte sind es seit Freitagabend. Die Eispiraten unterlagen in Bietigheim mit 0:3.

Der Drittletzte Kaufbeuren schaffte in Landshut einen 5:4-Sieg in der Verlängerung, blieb damit vor den Falken.

Trainer Igor Pawlow sitzt nun ein wenig sicherer im Heilbronner Sattel. Er hatte unter der Woche auf die Vorwürfe gegen ihn reagiert und anscheinend Härte aus den Trainingseinheiten genommen. Den Spielern scheint das gefallen zu haben. Sie präsentierten sich auf dem Garmischer Eis wirklich munter.

Igor Pawlow hatte seine Profis zuletzt derb kritisiert und gefordert: "Die Mannschaft muss Charakter zeigen."

6:3 nach 0:2 − das war wirklich eine Charakterleistung.
                         

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