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Von A-Probe bis Zahnpasta

Übersicht
Es gab seit der Wiedervereinigung etliche spektakuläre Dopingfälle deutscher Sportler, aber auch spektakuläre positive Fälle internationaler Biathleten. Eine Zusammenfassung:


1992: Katrin Krabbe, Doppel-Weltmeisterin von Tokio 1991, wird das unerlaubte Doping-Mittel Clenbuterol nachgewiesen. Die einjährige Sperre durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wird vom Weltverband IAAF auf zwei Jahre verlängert. Münchner Gerichte erkennen einen Schadenersatzanspruch der Sprinterin gegenüber der IAAF in Höhe von 1,2 Millionen D-Mark an.

1999: Dieter Baumann, 5000-Meter-Olympiasieger von 1992, erlangt durch die "Zahnpasta-Affäre" zweifelhaften Ruhm, als er positiv auf Nandrolon getestet wird. Der Schwabe bringt den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas, wird aber 2000 endgültig von den Spielen in Sydney ausgeschlossen.

2002: Der aus dem Allgäu stammende Ski-Langläufer Johann Mühlegg gewinnt bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City für Spanien dreimal Gold und muss die Medaillen nach seiner Überführung als Blutdoping-Sünder zurückgeben.
 

Blutdoping

2006: Zwei Tage vor dem Start der Tour de France werden neun Fahrer, darunter Jan Ullrich, von der Rundfahrt ausgeschlossen. Sie sollen mit dem mutmaßlichen spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes zusammengearbeitet haben.

2007: Die deutschen Radprofis Jörg Jaksche, Bert Dietz, Christian Henn, Udo Bölts, Rolf Aldag, Erik Zabel und Patrik Sinkewitz gestehen Blutdoping. Die Sportärzte Lothar Heinrich, Andreas Schmid und Georg Huber werden von der Uniklinik Freiburg suspendiert.

2008: Im Januar wird die finnische Biathletin Kajsa Varis beim Weltcup in Oberhof positiv auf Epo getestet. Da sie bereits während ihrer Karriere als Langläuferin mit anomalen Blutwerten aufgefallen war und ihr kurze Zeit später Manipulation mit Epo nachgewiesen werden konnte, erhielt Varis eine lebenslange Sperre. Diese wurde 2009 wegen eines Verfahrensfehlers vom Internationalen Sportgerichtshof Cas jedoch wieder aufgehoben.

2009: Während der Biathlon-Weltmeisterschaften in Pyeongchang kommt heraus, dass die Weltcup-Spitzenreiterin Jekaterina Jurjewa ebenso wie ihre russischen Kollegen Albina Achatowa und Dimitri Jaroschenko beim Weltcup in Östersund/Schweden positiv getestet worden sind. Der Deutsche Wolfgang Pichler, damals in Diensten der Schweden, kritisiert die Dopingpraktiken der Russen heftig und erhält Morddrohungen. Er droht mit einem Boykott des Saisonfinales in Sibirien.
 

"Zahnpasta"-Affäre

2009: Am 3. Juli erklärt die Internationale Eislauf-Union (Isu), dass die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein gesperrt wurde. Einen positiven Doping-Befund gibt es nicht. Pechstein wurde aufgrund von Indizien gesperrt, ihr Blutprofil zeigte nach Isu-Angaben Auffälligkeiten. Pechstein behauptet, nie gedopt zu haben. Experten stellen eine vom Vater geerbte Blutanomalie fest, die Isu erkennt dies nicht als Beweis an.
2012: Der deutsche Ex-Radprofi Jan Ullrich wird vom Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne wegen Dopings schuldig gesprochen und bis August 2013 gesperrt. Zudem werden ihm alle Ergebnisse seit Mai 2005 aberkannt.

2013: Nach jahrelangem Leugnen gesteht Radprofi Stefan Schumacher, dass er mit Epo, Wachstumshormonen und Kortikosteroiden gedopt hat. Sein früherer Teamkollege David Kopp gibt zu, während seiner Zeit bei Gerolsteiner Epo, Wachstumshormone, Testosteron, Synacthen und Cortison genommen zu haben.

2014: Eine Woche vor dem Start der Olympischen Spiele in Sotschi ist mit Irina Starych die beste russische Biathleten und Senkrechtstarterin mit einer positiven A-Probe des Dopings überführt worden. Die 26-Jährige sagt: "Ich denke, dass es sich um ein Missverständnis handeln muss" und beantragt die Öffnung der B-Probe. Das Ergebnis ist noch nicht bekannt.

2014: Das deutsche Olympia-Team wird von einem Dopingfall erschüttert. Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle führt den positiven Test auf Nahrungsergänzungsmittel zurück.
 

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