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Wo der Tiger dem Vogel hilft

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Seine letzten beiden Pfeile stecken dort, wo sie hingehören – mittendrin. Zum Abschluss des dritten Saisonwettkampfes hat Cedric Rieger zwei Zehner geschossen. Versöhnlich stimmen ihn diese Volltreffer allerdings nicht. "Ich bin nicht so zufrieden mit meiner Leistung. Ich war nicht fit heute", sagt der Bogenschütze der SSG Vogel Östringen.
 
So ist das in Östringen. Man mag es, gezielt vorzugehen. Das 12 800-Einwohner-Städtchen, keine 25 Kilometer von Eppingen entfernt, ist einer der treffsichersten Orte im Kraichgau. Die Handballer haben es mit ihrer Fingerfertigkeit in die Bundesliga geschafft und gehen unter dem Künstlernamen Rhein-Neckar Löwen auf Torejagd; die Bogenschützen der SSG Vogel sind drei Mal in Folge aufgestiegen und nehmen seit dieser Saison die Scheiben in der Bundesliga Süd ins Visier.
 
 

From Zero to Hero

Was die SSG betrifft, so ist ihre Karriere noch ungewöhnlicher als die der Handballer. Als Rudolf Vogel die Sportschützengemeinschaft 2002 ins Leben rief, ließen es vornehmlich Männer und Frauen mit dem Luftgewehr krachen. Bogenschützen? Die gab es damals nicht, sie stießen erst 2005 dazu. "Inzwischen sind wir ein reiner Bogenverein und haben 90 Mitglieder", sagt Sportleiterin Martina Wollitzer.
 
Die Mannschaft, die so gerne die goldene Mitte trifft, ist ein junges Team. Claudia Heilig ist mit 30 Jahren der alte Hase. 26 ist Cedric Rieger, der seit vergangenem Jahr dem Nationalkader angehört und damit als Frontmann des Aufsteigers gilt. Hinzu kommen die Eigengewächse Daniel Vogel (20) und Alexandra Wollitzer (25), Gewehr bei Fuß stehen außerdem Samara Rieger (18), Patrick Halfmann (17) und Deborah Weingärtner (29).
 
Klar: Nach dem Aufstieg in die Bundesliga mussten sich die erfolgsverwöhnten Kraichgauer erst einmal umstellen. Die Pfeile der Konkurrenz fliegen anders und konstant gut, plötzlich gibt es mehr Niederlagen als Siege. Das bekommt die SSG auch im dritten Wettkampf zu spüren. Ausgerechnet bei diesem historischen Treffen, dem ersten Bundesliga-Wettschießen vor eigenem Publikum, verliert die SSG fünf ihrer sieben Begegnungen – und bleibt damit auf dem vorletzten Platz, einem Abstiegsplatz.
 
 

Ganz viel Pech

Der Heimkampf in der Großsporthalle ist ein Spiegelbild der gesamten Saison. Die Vogel-Schützen sind gut in Schuss und kommen auf ordentliche Ringzahlen – ohne dafür mit Punkten belohnt zu werden. "Da ist auch Pech dabei", findet Claudia Heilig. "Wir haben oft die falschen Ergebnisse gegen die falschen Gegner", sagt Cedric Rieger und verweist auf die Verkettung unglücklicher Umstände. Im zweiten Match erzielt die SSG mit 224 Ringen das viertbeste Ergebnis der acht Erstligisten, hat aber das Pech, dass er sich mit Spitzenreiter SGI Welzheim duelliert, der mit 236 Ringen den Rekordwert der Veranstaltung aufstellt. Auch im dritten Match fährt das Team mit 226 Ringen das viertbeste Resultat des Durchgangs ein – allerdings gegen die BS Neumarkt, die mit 230 Ringen ihre zweitbeste Leistung abliefern.
 
"Damit müssen wir umgehen lernen. Man kann nicht immer gewinnen. Man muss sich aufrappeln", sagt Martina Wollitzer und meint: "Wir können es immer noch schaffen. Der Klassenerhalt ist immer noch möglich." Was ihr und ihren Schützen Hoffnung macht: Durch die zwei Siege zum Abschluss gegen den PSV Reutlingen (220:219) und die BS Nürtingen (224:212) ist Platz sechs nur vier Punkte entfernt. Diesen Rückstand gilt es, beim Saisonfinale am 8. Februar in Welzheim aufzuholen. Dabei helfen soll nicht nur das eigene Geschick, sondern auch das Maskottchen. Robin, der kleine Stoff-Tiger, unterstützt den Vogel-Club seit Landesliga-Zeiten und ist ein echter Glücksbringer. "Er wird uns auch dieses Mal helfen", ist Daniel Vogel überzeugt.
                                        
                                        

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