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Mystische Aura bei den Falken

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Timo Dietz war am Mittwoch in bester Stimmung. Der HEC-Vorsitzende freute sich diebisch darüber, dass es tatsächlich gelungen ist, den Namen des neuen Falken-Managers bis zu seiner öffentlichen Vorstellung geheim zu halten. "Darauf bin ich wirklich stolz", sagt Dietz. "Das ist schon mal ein sehr, sehr guter Start und ein echter Vertrauensbeweis für die zukünftige Zusammenarbeit." Denn mit der Präsentation des neuen Mannes am Donnerstag, 30. Januar, um 18 Uhr in der Kolbenschmidt-Arena soll gleichzeitig eine neue Ära im Heilbronner Eishockey eingeläutet werden.

Das ist auch dringend nötig, denn das Renommee des einzigen Proficlubs der Region hat in den vergangenen 18 Monaten arg gelitten. Vollmundigen Ankündigungen von anvisierten Meisterschaften folgten oft dürftige Leistungen auf dem Eis. Die Fans schossen gegen Trainer Rico Rossi und Manager Ernst Rupp – der feuerte öffentlich zurück.
 

Kein Konzept

Dazu kommt die sportliche Talfahrt in dieser Saison mit dem sich abzeichnenden erstmaligen Verpassen der Playoffs. Igor Pawlow ist bereits der dritte Trainer in der aktuellen Spielzeit. Sportdirektor Rico Rossi musste seinen Hut nehmen. Der Spielerkader verändert sich Woche für Woche. Gestandene Profis und Leistungsträger haben den Club verlassen, Jungspunde aus dem Nachwuchsteam sollen die viel zu großen Lücken füllen.

Informationen an die Presse werden Tage verspätet oder überhaupt nicht gegeben. Von einem erkennbaren Konzept kann keine Rede sein. Kein Wunder, dass die Falken in der Zuschauergunst inzwischen ebenfalls das Tabellenende der DEL 2 zieren.
 

Verschwiegenheitsklausel

Viele Baustellen für Mister X, über den tatsächlich so gut wie nichts bekannt geworden ist. Außer, dass es sich um einen Menschen handeln muss, der genau weiß, auf was er sich einlässt. Schon zum ersten Gesprächstermin hatte er einen Rechtsanwalt dabei, alle Mitglieder der HEC-Findungskommission mussten Verschwiegenheitsklauseln unterschreiben. "Das ist im geschäftlichen Bereich absolut üblich", sagt Dietz.

Hätte einer der Eingeweihten den Namen ausgeplaudert, wären entsprechende Vertragsstrafen fällig geworden. Ein Druckmittel, das seine Wirkung offenbar nicht verfehlt hat. "Wir hätten einem Wettbüro anbieten sollen, dass wir es schaffen, den Namen geheim zu halten. Die Quote dafür wäre so hoch gewesen, da hätten wir die nächsten zwei Saisons mit finanzieren können", bedauert Dietz augenzwinkernd.
 

Nicht aus dem Eishockeybereich

Der sonst stetig aktive Falken-Buschfunk sendete tatsächlich im Niedrigfrequenzbereich. Alle kolportierten Namen erwiesen sich als falsch. "Wir haben unseren Zeitplan genau eingehalten. Unser Ziel war es, alle am selben Tag zu informieren. Ob Fans, Sponsoren oder Presse – niemand sollte bevorzugt oder benachteiligt werden", sagt Dietz. Daher sei auch nur eine öffentliche und keine persönlichen Einladungen ausgesprochen worden.

Offenbar hat der neue Mann bisher nicht im Eishockeybereich gearbeitet, sondern kommt aus der freien Wirtschaft. Seinen bisherigen Job hat er für das neue Engagement aufgegeben. Laut Dietz sei er zudem rhetorisch sehr begabt und eine Person, "von der wir nie gedacht hätten, dass sie sich für diesen Job interessieren würde".

Die Geheimniskrämerei in Kombination mit solchen Vorschusslorbeeren haben bereits dafür gesorgt, dass die Erwartungshaltung im Umfeld der Falken gewaltig ist. Mister X umgibt beinahe schon eine mystische Aura. Solchen Ansprüchen gerecht zu werden, wird sicher nicht einfach werden. Die Aufbruchsstimmung gibt aber zumindest Hoffnung für die Zukunft.
                       

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