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Der erste Schritt zur Trainerbank

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Ruhig, aber bestimmt gibt Ferdinand seine Anweisungen. "Noch ein Durchgang von dieser Übung, danach spielen die beiden Sieger gegeneinander", erklärt der 16-jährige Mühlbacher seinen 20 Mitstreitern. Jeweils zwei Mannschaften spielen in der Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule in Sinsheim gegeneinander, doch statt der im Fußball üblichen Tore markieren quergelegte Bänke das Ziel.

Gemeinsam haben die drei Mädchen und 18 Jungen in den vergangenen Tagen die Ausbildung zum DFB-Juniorcoach absolviert. "Man lernt sehr viel, es ist sehr lehrreich. Ich nehme viel aus der Woche mit", sagt Ferdinand, der bei den Junioren des VfB Eppingen spielt. "Wir lernen hier, wie wir die Dinge am besten vermitteln, wie man mit den Kindern, die man trainiert, umgehen muss."

Nicht nur Ferdinand ist mit seinem kurzen Intermezzo als Übungsleiter zufrieden, auch Lehrgangsleiterin Alexandra Grein vom Badischen Fußballverband signalisiert ihre Zustimmung zum Tun der jungen Fußballer, gibt aber auch noch ein paar Tipps mit auf den Weg. "Ihr müsst mit der Stimme variieren. Und wenn die nicht ausreicht, müsst ihr die Pfeife benutzen." Diese soll nur sehr dosiert eingesetzt werden. Aber es gibt durchaus Situationen, in denen der Einsatz der Pfeife Sinn macht. Außerdem werden nach einer Übung normalerweise die Geräte weggeräumt", fügt Grein hinzu.
 

Fundiert

 


Die Lehrgangsleiterin freut sich, dass die jungen Fußballer gekommen sind, um in Theorie und Praxis den ersten Schritt für eine fundierte Trainerausbildung, die die Grundlage für die Trainer-C-Ausbildung ist, zu absolvieren. "Die Lehrkräfte greifen im täglichen Unterricht gerne auf Schülerinnen und Schüler zurück, die eine solche Ausbildung absolviert haben", weiß sie aus Erfahrung. Aus 13 verschiedenen Vereinen und 15 Schulen kamen die Nachwuchstrainer, "aus der Region zwischen Wiesloch und Eppingen". 

Neben Ferdinand wagten auch Simon und Daniel die ersten Schritte auf dem Weg zum Traineramt. "Marcel Martin, der Jugendkoordinator beim VfB Eppingen, hat gefragt, wer Interesse an dem Lehrgang hat", erzählt Simon. Er könne sich gut vorstellen, später einmal in Richtung Trainerlaufbahn zu gehen, meint der 17-Jährige aus Elsenz, der ebenfalls beim VfB Eppingen aktiv ist. "Wir bekommen hier viele Grundlagen vermittelt", hat er festgestellt. Vor allem hinsichtlich der zwischenmenschlichen Kommunikation könne er viel mitnehmen. "Es macht natürlich auch Spaß, seine eigenen Erfahrungen, die man schon beim Fußballspielen gemacht hat, an andere weiterzugeben."
 

Lehrprobe


Später mal eigenständig eine Mannschaft trainieren, das könnte sich auch Daniel vorstellen. Vor allem der Praxisteil des Lehrgangs machte dem 17-jährigen Stebbacher Spaß. "Man kann sich die Übungen einfach besser vorstellen, wenn man sie selbst mitmacht", meint der Aktive des VfB Eppingen. Einige der gezeigten Übungen habe er schon gekannt, so Daniel. Um sich die neuen Übungen besser zu merken, erhielt der Trainernachwuchs Übungshefte, denn schließlich galt es, die abschließende Lehrprobe gut zu meistern. Die Vorfreude darauf war Ferdinand, Simon und Daniel schon am Vortag anzusehen. "Es kommen Grundschüler aus der Theodor-Heuss-Schule, und mit denen dürfen wir eine Übungseinheit machen", so die Nachwuchstalente. Das Ziel des Lehrgangs umriss Alexandra Grein so: "Schulen und Vereine sind immer froh, wenn sie auf gut ausgebildete Jugendliche zurückgreifen können, die Gruppen in der Praxis begleiten können." Vor allem bei Wettbewerben wie "Jugend trainiert für Olympia" seien die Juniorcoaches später gut einsetzbar. 

 

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