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Woher Hoffnung nehmen?

Übersicht
Uli Egen weiß, wovon er spricht, wenn er über die Heilbronner Falken spricht. Egen ist zwar Trainer des ESV Kaufbeuren, aber die Allgäuer haben nun vier Mal hintereinander gegen die Falken gespielt. Der abschließenden Zwischenrunden-Partie folgten drei Duelle in den Playdowns der DEL 2. Egen sagt: "Wir sind nicht das bessere Team, aber wir haben eine bessere Moral als Heilbronn."

Am Ende der Zwischenrunde hatten die Falken auswärts mit 2:1 gewonnen. Ein Zeichen der Hoffnung. Aber nun, da es darum geht, frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern und so Planungssicherheit für den neuen Geschäftsführer Atilla Eren zu schaffen, nun kassieren die Falken eine Niederlage nach der anderen. Sie widerlegen dabei alle Regeln der Sportpsychologie, die von Rückenwind beim einen Team und Nackenschlägen beim anderen handeln. Der ESVK hat Moral. Die Falken haben keinen Killerinstinkt und machen immer wieder entscheidende Fehler vor dem eigenen Tor. 
 

Fehler


Spiel eins: Nach 15 Sekunden schießt Michael Hackert das Heilbronner 1:0. Es folgt das 2:0 durch Alexander Ackermann. Aber die Falken verlieren in Kaufbeuren mit 3:4.

Spiel zwei: Wiederum dauert es nur 15 Sekunden bis zum Heilbronner 1:0. Wieder sorgt Michael Hackert für ein Blitztor. Gut zur Hälfte der Partie führen die Falken mit 3:2. Am Ende verlieren sie in der Verlängerung mit 3:4.

Spiel drei: Diesmal kein schnelles Führungstor. Viel besser: Eine 3:0-Führung in der 21. Minute. In der Verlängerung verlieren die Falken mit 4:5.
 

Playdown-Verlierer

0:3 steht es in der Best-of-seven-Serie gegen den ESV Kaufbeuren. Eine vierte Niederlage würde bedeuten, dass die Falken in die so genannte Qualifikationsrunde müssen, in der die beiden Playdown-Verlierer der DEL 2 auf die vier besten Oberligisten treffen. Die zwei schlechtesten Mannschaften der Sechsergruppe spielen in der kommenden Saison in der Oberliga. Die DEL 2 wird um zwei Teams aufgestockt. 

Die drittklassigen Emporkömmlinge werden heiß sein, sich zu profilieren. Und die Falken? In mittlerweile 57 Pflichtspielen dieser Saison haben sie gezeigt, dass mit ihnen nicht zu rechnen ist, wenn es darauf ankommt. Warum sollte sich daran etwas ändern?
 

Kein Trainerwechsel

Einen erneuten Trainerwechsel, den dritten der laufenden Spielzeit, wird es wohl nicht geben. Auf Ken Latta folgte Gerd Wittmann. Auf ihn folgte Igor Pawlow. Der soll nun bleiben. So sagte es Atilla Eren, der künftige Falken-Geschäftsführer, auf Anfrage der Heilbronner Stimme: "Der Trainer steht nicht zur Diskussion. Es liegt nicht am Trainer.“ So sagte es auch Ernst Rupp, der noch amtierende Geschäftsführer der Falken-GmbH. "Wir schaffen den Klassenerhalt."

Als am Sonntagabend in Kaufbeuren die Partie gekippt war, klagte Igor Pawlow einmal mehr über entscheidende Patzer: "Wir haben durch zu lässiges Defensivverhalten verloren. Wir haben zu viele Schüsse aus dem Slot zugelassen." So heißt die gefährliche Zone direkt vor dem Tor. In der neutralen Zone habe man gut verteidigt, "aber im Slot wird man getötet".
 

Neustart

Schon am Dienstagabend geht es weiter. Um 19.30 Uhr beginnt Spiel vier in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena. Die Falken müssen gewinnen. Trainer Pawlow hofft darauf, dass die positiven Aspekte der Sonntags-Partie in Kaufbeuren fortgeführt werden: "Das war das beste Spiel der Serie von uns."

Dass es dennoch eine Niederlage gab, war für Atilla Eren "unerklärlich". Er war zuversichtlich ins Allgäu gebraust und sah sich dort auch schnell bestätigt: "Ich habe nach dem 3:0 und 4:1 mit einem Sieg gerechnet." Aber dann wurde es ein Finale nach dem Motto dumm gelaufen. Für Eren sind nun zweierlei Dinge ganz wichtig: Dass ihm nicht tatsächlich ein Neustart in der Oberliga aufgebürdet wird – und dass die Finanzlöcher, die offenbar in beträchtlicher Tiefe im aktuellen Etat der Falken vorzufinden sind, nicht zu einem Kollaps führen.
 

Minusbeträge

Zehn Jahre ist es her, dass die Falken in eine Insolvenz gerutscht sind. Ob nun Ähnliches droht? Atilla Eren sagt: "Nach meiner Kenntnis nicht." Er verweist aber in allen laufenden Angelegenheiten auf Ernst Rupp. Von sechsstelligen Deckungslücken konnte man zuletzt gerüchteweise in der Kolbenschmidt-Arena hören. "Dazu kann ich nichts sagen", betont Eren. "Das sind Dinge, die der aktuelle Geschäftsführer beantworten muss."

Ernst Rupp versicherte gegenüber der Heilbronner Stimme: Es gebe Minusbeträge, schließlich liege man seit Langem bei den Zuschauerzahlen unter der Kalkulation, "aber ich werde das mit meinen Sponsoren ausgleichen".

Vielleicht machen ja in der Qualifikationsrunde die euphorisierten Gästefans die Halle voll, die aus Frankfurt zum Beispiel. Vielen Falken-Freunden ist die Lust auf Eishockey restlos vergangen.
                

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