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Ein Energiebündel

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Wenn Katrin Wallmann aus Leingarten die Schularbeiten gemacht hat, geht es für sie meistens direkt auf den Sportplatz. An drei Tagen in der Woche trainiert sie im Heuchelbergstadion. Sprint ist ihre Disziplin. Während andere in ihrem Alter ihre Freizeit genießen, rennt sich die 15-Jährige lieber beim 100-Meter-Sprint und dem 200-Meter-Staffellauf die Beine aus dem Leib. Schlappe 12,25 beziehungsweise 25,89 Sekunden benötigt sie dafür. Dass so viel Energie in dem eher zurückhaltend wirkenden jungen Mädchen steckt, traut man ihm auf den ersten Blick gar nicht zu. Doch beim SV Leingarten, wo die Schülerin trainiert, hat man ihr Talent längst erkannt.

"Wenn die Gesundheit mitspielt, hat Katrin gute Chancen, im Jugendbereich in Deutschland ganz vorne mitzumischen", ist sich ihr Trainer Manfred Ballier sicher. Seit drei Jahren arbeitet er mit der jungen Sprinterin. Der 39-Jährige trainiert zusammen mit Conny Durst eine Gruppe von Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren. Er erinnert sich: "Irgendwann bemerkten wir: Da ist eine, die ist schneller als alle anderen." Und damit meinte er Katrin Wallmann.
 

Kleine Besonderheit

Der SV Leingarten hat bei den männlichen Leichtathleten bereits einige Talente gefördert, unter anderem Fabian Katz und Adrian Grupp. Doch bei den weiblichen Kandidaten gilt die Sportlerin schon als kleine Besonderheit, meint ihr Trainer. Seit sie 2004 mit dem Sport begonnen hat, ging ihre sportlerische Karriere steil bergauf: 2013 war sie bereits württembergische Meisterin (Halle und Freiluft) sowie süddeutsche Vizemeisterin der U-16-Klasse. Anfang diesen Jahres wurde sie sowohl baden-württembergische als auch süddeutsche Hallenmeisterin (U18). Zurzeit bereitet sie sich auf die baden-württembergischen Meisterschaften im Mai vor. Nach einer Knieverletzung gewöhnt sie sich langsam wieder an das Training.

Für Katrin Wallmann selbst, die später beruflich auf jeden Fall etwas mit Sport machen will, zählt nur Eines: der Spaß am Laufen. "Und dass ich mich mit anderen messen kann." Sie ist ehrgeizig, dass weiß auch ihr Vater Martin Wallmann: "Katrin wollte als Kind schon immer gewinnen." Dass sie ihren Weg in der Leichtathletik so konsequent bestreitet, ist für ihn "nur die logische Folgerung". Sport sei schon immer ein Thema in der Familie gewesen, berichtet er. Der jüngere Sohn Hannes (13) spielt Handball. Martin Wallmann hat eine zeitlang eine Mädchenfußballmannschaft beim SV Leingarten trainiert. Die sportlerischen Gene meint die Tochter aber von Oma Helene zu haben, einstige Leichtathletin und Turnerin.
 

Fahrdienst

Die ganze Familie unterstützt die Gymnasiastin bei ihrem Vorhaben, begleitet sie auf Wettkämpfe. Martin Wallmann muss oft als Fahrdienst herhalten. Samstags muss sie zusätzlich zum Landestrainer nach Mannheim gebracht werden. "Natürlich sind meine Frau und ich stolz", sagt er. Besonders weil die Tochter es schaffe, nebenbei noch gute Leistungen in der Schule zu bringen.

Katrin Wallmann, deren Lieblingsfächer in der Schule neben Sport noch Englisch und Geschichte sind, weiß, wie wichtig Organisation bei ihrem vollen Terminkalender ist: "Am Wochenende lerne ich für die Schule, unter der Woche trainiere ich." Freiräume für andere Dinge muss sie sich schaffen: Nebenbei spielt sie Klarinette. Kürzlich hat sie mit dem Tanzen begonnen. Da fragt sich auch ihr Trainer manchmal, wie man das alles unter einen Hut bekommt. Aber Katrin Wallmann ist eben ein echtes Energiebündel.
                      

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