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Lustige Vögel auf dem Feld

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Es ist nicht schön, rote Zahlen zu schreiben. Rote Zahlen stehen für Verluste, für Misswirtschaft und Misserfolg. Anders beim SV Sinsheim. Seit Beginn dieser Saison hat der Volleyball-Drittligist eine neue Anzeigetafel, auf der jetzt rote statt wie bisher weiße Zahlen leuchten. Und diese roten Zahlen sind ausnahmslos positive Zahlen

25:20, 28:26, 31:29. Mit 3:0 gewann der SVS am Samstag das Spitzenspiel gegen den TSV Schmiden und landete den sechsten Sieg im sechsten Spiel. Allerheiligen war so gesehen auch sportlich ein Feiertag. Da der VC Neuwied beim harterkämpften 3:2 gegen die VSG Mannheim nicht die volle Punktzahl erreichen konnte, liegen die Kraichgauerinnen mit dem Tabellenführer nun gleichauf.

Was das eigene Spiel betraf, so war man froh, dass alles gut gegangen war. "Es war ein hartes, ein langes Match. Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass wir hier mit drei Sätzen rausgehen", gab Spielführerin Susanne Frank zu und betonte: "Es hätte auch andersrum ausgehen können. Schmiden war der beste Gegner, den wir bisher hatten." Ähnlich sah es Trainer Ahmad Hadi: "Wir wussten, dass es schwer wird. Wichtig war, dass wir mit 3:0 gewonnen haben."

 

Heißer Kampf


Es gibt 3:0-Siege, die sind flotte Dreier, da läuft alles ratzfatz. Dieser 3:0-Sieg jedoch war kein Schnelldurchgang und fiel alles andere als deutlich aus. Es gab keinen Satz, in dem es nicht eng zuging.

Lediglich im ersten Satz, als man mit einem Zwischenspurt von 13:13 auf 21:15 davoneilte, konnte sich der SV Sinsheim Luft verschaffen. Packend und mitreißend vor allem die Durchgänge zwei und drei. Im zweiten Satz führte der SVS zwischenzeitlich mit 10:6 und 16:11, um dann aber doch noch in die Bredouille zu kommen und mit 22:23 in Rückstand zu geraten. Insgesamt drei Satzbälle musste die Mannschaft abwehren. Im aufregenden Schlusssatz hechelte der SVS zunächst einem 1:8- und 12:17-Rückstand hinterher. Dann parierte er zwei gegnerische Satzbälle und benötigte am Ende fünf Matchbälle, um mit 31:29 alles klar zu machen.

Es ist ein Phänomen des SVS, dass er immer wieder zum SV Spannung wird. Das liegt vor allem an Bruder Leichtfuß, mit dem die jungen Volleyballerinnen so gerne ein Rendezvous haben. "Wir haben im dritten Satz oft die Angewohnheit, dass wir schludern" sagt Susanne Frank und lächelt: "Wir haben schon ein paar lustige Vögel auf dem Feld." Die lustigen Vögel, sie sind bisweilen etwas leichtsinnig und machen erst wieder ernst, wenn es sein muss. Dann spielen sie ihre ganze Routine aus. "Sinsheim hat zwei, drei Spielerinnen, die einfach einen Ticken mehr Erfahrung haben", sagte Gästecoach Tim Schöne und verwies auf die bundesliga-erprobten Luise Mauersberger und Nora Götz. "Luise ist eine Bank. Sie spielt sehr sicher, ohne volles Risiko. Und bei Nora sieht man auch, dass sie Bundesliga gespielt hat."

 

Rückkehr


Andere erstklassige Spielerinnen hat der SVS noch in der Hinterhand. Beate Lander und Alina Schaa, geb. Bondar, stehen nach einer Babypause vor ihrem Comeback – Unterstützung, die die Mannschaft gut gebrauchen kann. Mit Kim Kretzler und Selvete Latifi standen gegen Schmiden nur zwei Auswechselspielerinnen zur Verfügung – es war gut, dass es keinen vierten und keinen fünften Satz gegeben hat. "Das wäre sicherlich an die Substanz gegangen", ist Susanne Frank überzeugt.

Wie es nun weitergeht? Am kommenden Wochenende tritt der SV Sinsheim beim VC Wiesbaden II an, eine Woche später steigt das Gipfeltreffen gegen den VC Neuwied. Ahmad Hadi macht sich wegen des Spitzenspiels noch keinen Kopf. "Jetzt ist erst einmal Wiesbaden dran. Wir denken von Spiel zu Spiel. Für uns ist jedes Spiel ein Endspiel", sagt der SVS-Coach. Man darf gespannt sein, welche roten Zahlen als nächstes geschrieben werden.


 

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