Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Ein Unser kommt selten allein

Übersicht
Normalerweise ist es so: Wenn der VfB Eppingen und der SV Rohrbach zeitgleich spielen, teilen sich Willi Unser und Irmhild Unser auf. Papa Unser geht zum VfB, wo Sohn Marco der Trainer ist; Mama Unser schaut dem SVR zu, wo der andere Sohn Rico in der Innenverteidigung kickt. Morgen Abend müssen die Unser-Eltern keine getrennten Wege gehen. SVR und VfB spielen zwar erneut zeitgleich, treffen dieses Mal aber direkt aufeinander – um 19.30 Uhr, im Kraichgau-Derby der Fußball-Landesliga. "Damit können wir uns beide das Spiel anschauen", sagt Willi Unser.

Wer dem VfB Eppingen nahesteht, kann sich auf einiges gefasst machen. Der Nahkampf in Rohrbach ist der Auftakt zu außergewöhnlichen Derby-Wochen. Dem Schlagabtausch am Freitag folgt acht Tage später das Duell mit dem TSV Kürnbach, ehe zum Abschluss der Vorrunde das Kräftemessen mit dem FC Zuzenhausen steigt, der einer der Nebenbuhler um den Titel ist. Drei Derbys in drei Wochen – so etwas hat es für den VfB seit ewigen Zeiten nicht mehr gegeben in der Landesliga. "Das ist heiß", sagt Stefan Wild, der 2. Vorsitzende. "Für andere Mannschaften, die nicht aus dem Kreis kommen, wären das ganz normale Spiele. Für uns sind diese Spiele natürlich nicht normal. Da holt man nicht so leicht die Punkte", erklärt Marco Unser.

 

Viel Respekt


Den SV Rohrbach hat der VfB-Coach – allein schon aus familiärer Verbundenheit – öfter beobachtet als andere Gegner. Was er dabei gesehen hat, nötigt ihm Respekt ab. Trotz des Weggangs von Scharfschütze Jonas Scheurer schlägt sich der Aufsteiger beachtlich. Mit 19 Punkten hat er sich im Mittelfeld festgesetzt und ist immer für Überraschungen gut. Zuletzt glückte beim Tabellenzweiten TSV Wieblingen ein 2:2-Unentschieden, das vor allem in seiner Entstehung bemerkenswert war. Trotz 60-minütiger Unterzahl hatten die Kraichgauer einen 0:2-Rückstand aufgeholt.

"Sie machen es gut. Und sie haben mit David Beckmann und Dominic Roth gute Leute vorne drin", sagt Marco Unser. Auch wie sein Bruder auftritt, der Kapitän der Mannschaft ist, gefällt ihm: "Er ist ein guter Fußballer."

Was die eigene Elf betrifft, so wird der VfB-Trainer nicht allzu viel ändern. Sollte Marc Söder seine Grippe auskuriert haben, wird er in der Innenverteidigung seinen Mann stehen. Damit könnte Manuel Hecker wieder auf die Sechser-Position vorrücken und im Spielaufbau für Akzente sorgen. Im Angriff wirbeln Ben-Richard Prommer und Enes Zafer, die wie gehabt von Pascal Münzer und Alexander Rudenko Unterstützung erhalten. Dass der Verein für Ballermänner an Allerheiligen beim 0:0 gegen Gartenstadt erstmals seit langer Zeit leer ausging, war auch Pech. "Wir hatten ja die Chancen", sagt Marco Unser.

 

Spione


Der SV Rohrbach hat den VfB bei dieser Begegnung beobachtet. Das Spitzenspiel war eine Art Spitzelspiel. Stürmer Dominic Roth. Kapitän Rico Unser. Trainer Joachim Heger. Sie alle waren vor Ort und spionierten. Heger ist beeindruckt, wie sich der VfB entwickelt hat: "Vorne geht die Post ab. Das ist ein harter Brocken für uns, da kommt einiges auf uns zu."

Der SVR-Coach hat seine Mannschaft in der vergangenen Woche auf einer entscheidenden Position verändert. Torwart Stefan Scholl, der zuletzt ein paar Wackler und Unsicherheiten zeigte, wurde durch Maurice Swoboda ersetzt, der gegen Wieblingen tadellos hielt. Verzichten muss der Aufsteiger unter anderem auf Christian Heinlein (angebrochener Zeh) und den gesperrten Lukas Authenrieth, der eine Schiedsrichterentscheidung mit den Worten: "Schiri, das ist doch lächerlich" kommentierte. "Es gibt Schiedsrichter, die hätten es mit Gelb oder mit einer Ermahnung bewenden lassen. Es gibt sicherlich Schlimmeres", findet Heger.

Ach ja: Wem die Eltern im Derby die Daumen drücken? Sohn Rico vom SVR oder Sohn Marco vom VfB? "Es soll derjenige die Punkte kriegen, der sie dringender braucht", antwortet Papa Willi Unser und wird konkret: "Der VfB will aufsteigen. Ich glaube, er hat die Punkte mehr nötig."


 

Galerien

Regionale Events