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Schwimmerin fährt nach Los Angeles

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Ein Traum zum Greifen nah: Die Schwimmgruppe innerhalb der Behindertenabteilung des FSV Bad Friedrichshall ist noch nicht einmal ein halbes Jahr alt. Und schon gibt es den ersten Erfolg zu vermelden: Jana Gaab, die von Anfang an mittrainiert und bereits an der Neckarsulmer Astrid-Lindgren-Schule fleißig schwamm, holte bei den Europäischen Sommerspielen der Special Olympics in Antwerpen Edelmetall.

Rund 2000 Athleten aus 58 europäischen und euroasiatischen Delegationen gingen in Antwerpen in verschiedensten Sportarten an den Start. "Jana war eine der acht Schwimmerinnen und Schwimmer, die für Deutschland antraten", sagt der stellvertretende Abteilungsleiter Jens Fischer. Nicht ohne Stolz berichtet er: "Im Finale gewann sie souverän als Zeitbeste ihre zwei Einzelstarts in den Disziplinen 50 Meter Freistil und 25 Meter Schmetterling." Und auch in der Staffel lief es hervorragend: Die 19-jährige Amorbacherin holte über vier Mal 25 Meter Freistil die Bronzemedaille.

 

Pokale


Dass sie vor den Starts etwas nervös war, räumt sie ein: "Aber dann habe ich gemerkt, dass es wirklich gut läuft." So gut, dass sie mit ihren Leistungen für die Weltsommerspiele der Special Olympics nominiert wurde: Ende Juli 2015 geht es für sie zwei Wochen nach Los Angeles.

Auch Qxana Gaab freut sich über die Resultate ihrer Tochter, vor allem, wenn sie dabei andere Leute und andere Länder kennenlernt: "Das macht sie selbstständiger und auch selbstbewusster." Immerhin hat Jana Gaab bereits "eine ganze Wand voll mit Medaillen". Rund 50 Stück, dazu drei Pokale, viele von den Schwimmwettkämpfen der Astrid-Lindgren-Schule.

Jana Gaab besucht derzeit für zwei Jahre die Berufsvorbereitungseinrichtung an der Johann-Jakob-Widmann-Schule in Heilbronn. "Ich möchte Altenpflegehelferin werden", verrät sie. Schon als Achtjährige hat sie bei Daniela Potocean trainiert. Die Sport- und Schwimmlehrerin in Altersteilzeit hat die neue Gruppe mit neun Aktiven innerhalb des FSV übernommen. Immer samstagnachmittags wird trainiert, während der kalten Jahreszeit auf einer abgesperrten Bahn im Oedheimer Hallenbad.

Fabian Fischer ist mit 13 Jahren der Jüngste. Wolfram Eckert, der in Oedheim auch beim DLRG-Training dabei ist, ist mit 51 Jahren der Älteste. "Das Schwimmen ist eine Disziplin, in der sich auch unsere Kinder gut behaupten können", bekräftigt Daniela Potocean. Es fördere die Gesundheit, trage zur Gemeinschaft in der Freizeit bei und biete darüber hinaus Wettkämpfe, um sich zu beweisen.

Nico Mandel aus Böttingen hat durch einen Elternabend vom neuen Angebot erfahren. Der 17-Jährige schwimmt seit zwölf Jahren und ist seit September mit von der Partie. "Kraul und Rücken, das mache ich am liebsten", sagt er.

 

Begrenzt


"Gott sei Dank gibt es sie", beurteilt Maxis Vater Thomas Reinhardt die Schwimmsparte des FSV. Schon mit fünf Jahren hat die 16-jährige Heilbronnerin das Schwimmen erlernt. "Wir haben sie früh gefördert, weil es ihr Spaß macht." Die Bewegung sei wichtig, weil dadurch auch der Geist trainiert werde. Doch das Angebot für Menschen mit Behinderung sei begrenzt: "Leider hat sie seit diesem Jahr an der Schule kein Schwimmen mehr."


 

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