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Karate-EM Heilbronn

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Ihr Schrei durchbricht das Gemurmel in der Mönchseehalle. Anmutig und doch kraftvoll schnellen die Arme und Beine von Alicia Arpogaus in die Luft. Etwa zwei Minuten lang, dann beendet die Jugendliche ihre Kata. Wieder mit einem lauten Schrei. Die Zuschauer jubeln, die Erlenbacherin holt den ersten Titel für das deutsche Team. Das Publikum bekam am Wochenende noch häufiger die Möglichkeit, Heimsiege zu feiern. Denn 18 der 55 Deutschen starteten für die Region Heilbronn.

Etwa 300 Kämpfer aus 15 Nationen sind zur Karate-Europameisterschaft der Stilrichtung Goju-Ryu angereist. In fünf Altersklassen ging es im Einzel und im Team ordentlich zur Sache. In zwei Disziplinen fliegen Fäuste und Füße. Im Kumite kämpften die Athleten Mann gegen Mann – je nach Schlagtechnik und Trefferfläche gibt es Punkte. Beim Kata hingegen wird nur gegen imaginäre Gegener gekämpft. Die Sportler präsentieren den Kampfrichtern eine vorgegebene Kür. "Dabei kommt es vor allem auf Schnelligkeit, Kraft und Ausdruck an" sagt Andreas Ginger. Der Erlenbacher Trainer schickt gleich neun Athleten in die Wettbewerbe, allesamt auf Kata spezialisiert.

Neben Alicia Arpogaus holen auch die Jugendlichen Lukas Grimm und Manuel Schwab Gold für Kime   Budosport Erlenbach  . Hannah Kübler und Loris Weinreich müssen sich erst im Finale des K.o.-Wettbewerbs geschlagen geben. Die Niederlage Weinreichs ist aus regionaler Sicht zu verschmerzen, schließlich unterliegt er Justin Biko, der für Neudenau startet.
 

Starke Teams
 

In der Erwachseneklasse dürfen Franziska, Julia und Karolin Kurz sich über den Titel im Kata-Team gegen die Konkurrenz aus Tschechien freuen. Im Gegensatz zum Einzel stehen die Schwestern hier gleichzeitig auf der Matte, den Tatami. Showeinlagen, bei denen das Team miteinander kämpft. "Unser Motto war Alles oder Nichts. Wir sind volles Risiko gegangen und schon oft gegen die Tschechinnen angetreten. Da wird es immer knapp", sagt Franziska Kurz, die im Einzel zudem Silber holt, über die spektakuläre Kampfvorführung.

Auch in der Juniorenklasse geht der Kata-Team-Titel ins Unterland. Das Erlenbacher Erfolgstrio Jenny Arpogaus, Hannah Kübler und Lena Bergmann setzt sich in der Altersklasse 16 bis 17 Jahre ebenfalls gegen ein Trio aus Tschechien durch. "Im Team kann man die Katas aus dem Einzel anwenden. Das ist richtig cool. Da kann man mal zeigen, wofür das Gehampel gut ist", sagt Jenny Arpogaus zwinkernd.

Den Heimvorteil können die Kata-Kämpfer während des Wettkampfs aber kaum genießen, schließlich gilt im Karate höchste Konzentration, um die Kür fehlerfrei zu präsentieren. Das Umfeld wird weitestgehend ausgeblendet. Die Blumen, die Freunde und Familie den Kurz-Schwestern nach dem Sieg bringen, rühren die Drei dann aber doch zu Tränen.
 

Kumite


Die Region gilt als KataHochburg, doch auch die Kumite-Kämpfer schlagen zu. Für Altmeister Michael Meckl ist in der Masterklasse, die ab 35 Jahren beginnt, erst im Finale Schluss. Im Team der Leistungsklasse hilft er aus: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Wettkampf. Im Finale war ich einfach müde, weil ich mich in den Vorkämpfen so verausgabt habe. Im Team hatte sich jemand verletzt , da bin ich als alter Hase eingesprungen."

Zufrieden ist auch Monique Puscher, die mit Teamkollege Meckl für den  Fusionsverein SV Heilbronn  am Leinbach startet. Sie wird Dritte mit dem Team und Zweite im Einzel. Ihr Trainer, Faouzi Boukiri, lobt: "Michael hat eine Topleistung gebracht. Und für Monique war es wichtig, hier auf dem Treppchen zu stehen. Sie war zwei Wochen krank und konnte kaum trainieren." Die Luft habe beim Kämpfen noch etwas gefehlt, sagt Puscher. Für den ein oder anderen Schrei reichte es dennoch. Ganz zur Freude des jubelnden Publikums.


 

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