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Für Anfänger und Fortgeschrittene

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Er ist nicht zufrieden. Immer wieder schüttelt Nils Kohm den Kopf und hadert mit sich selbst. "Das gibt’s doch nicht! Was ist denn los?", flucht er leise vor sich hin. Die Bälle, sie wollen nicht gehorchen. Sie fliegen einfach nicht dorthin, wo Kohm sie haben will. Die Vorhand landet im Aus, der Aufschlag im Netz. Nach nicht mal einer halben Stunde ist Schluss. "Du spielst noch nicht so lange, oder?", fragt sein Gegenspieler, als er ihm nach dem letzten Ballwechsel die Hand reicht.

1:6, 0:6 – der U21-Cup des TC Blau-Gelb Bad Rappenau ist für Nils Kohm ein kurzes Vergnügen. Nach der ersten Runde gegen Alexander Harbarth vom TC Bad Friedrichshall muss der 21-Jährige seine Tasche packen und sich verabschieden. Für ihn keine große Überraschung. Sein Gegenspieler hat ja recht. Er spielt noch nicht so lange Tennis. Oder präziser ausgedrückt: Er hat schon sehr, sehr lange kein Tennis mehr gespielt. Nach dem Abitur hatte Kohm zweieinhalb Jahre pausiert. Er war in Baltimore in den USA, wo er sich im Rahmen eines sozialen Jahres um Obdachlose gekümmert hat. "Eine gute Erfahrung", wie er sagt. Tennis? "Das ging nicht. Ich bin gelaufen und habe gejoggt."
 

Comeback


Jetzt, da er wieder zurück ist in Deutschland und aus beruflichen Gründen von Wiesloch nach Bad Rappenau gezogen ist, hat Kohm wieder zum Racket gegriffen. Der U21-Cup auf der Anlage an der Soleförderung ist für ihn das Comeback, ein erster Stresstest auf der Wettkampfbühne. "Das Turnier ist gut, um Spielpraxis zu sammeln und ein bisschen zu üben", erklärt er.

Klar, dass andere das Rennen machen. Tim Andreas Fischer ist es, der am Ende den U21-Siegerpokal in seinen Händen hält. Im Finale am Sonntagnachmittag bezwingt das Ass vom TC Bad Friedrichshall den an Nummer eins gesetzten Philipp Sauer vom TVA 1860 Aschaffenburg in zwei Sätzen mit 7:5 und 6:0. Ingmar Kleis, neben Nils Kohm der zweite Bad Rappenauer im Feld, muss in Runde eins die Segel streichen – nach einem 0:6, 1:6 gegen Julian Rohm vom TC Rot-Weiß Neckarbischofsheim.

Bei der U21 der Damen gibt es eine Überraschungssiegerin. Nicht die an die Nummer eins gesetzte Leonie Zerweck (TA VfL Sindelfingen), sondern Ann-Christine Link vom Heidelberger TC behält die Oberhand. Nach dem 6:4 im ersten Durchgang des Finales macht Link im zweiten Satz kurzen Prozess und gewinnt mit 6:0. Mit dem gleichen Ergebnis hatte die Heidelbergerin im Halbfinale Luisa Sterkel vom TK GW Mannheim in die Schranken verwiesen.

Insgesamt sind es 80 Spielerinnen und Spieler, die beim U21-Cup und 15. LBS-Cup des TC Blau-Gelb aufschlagen. Es sind nicht die erhofften 100 bis 120. Die Konkurrenzveranstaltungen haben Spuren hinterlassen und Lücken gerissen im Teilnehmerfeld – Stichwort Jugendturnier Fellbach. "Fellbach ist das Problem. Wir haben den LBS-Cup hier bei uns immer am letzten Wochenende in den Sommerferien. Das ist in diesem Jahr leider auf den Termin in Fellbach gefallen", sagt Klaus Tönnies vom Organisationsteam des TC Blau-Gelb und ergänzt: "Einige Spieler haben bei uns angerufen und gesagt, sie würden dieses Mal nach Fellbach gehen." Tönnies hofft, dass in den nächsten Jahren wieder mehr Spieler zusagen und will verstärkt auf die umliegenden Vereine setzen. Der LBS-Cup ist für jeden da – für Anfänger, für Wiedereinsteiger und für Fortgeschrittene. "Früher haben sich die örtlichen Spieler nicht getraut, hierher zu kommen, weil sie Angst hatten, Ohrfeigen zu kriegen", so Tönnies.
 

Langer Atem


Nils Rohm hat keine Angst vor Niederlagen. Er weiß: Tennis kann ein Geduldsspiel sein. Rohm will ihn haben, den langen Atem: "Die Basics sind da. Ich werde trainieren, und dann wird das schon."



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