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Glücksgefühl beim Schuss aufs Tor

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So groß wie nie präsentierte sich das Septemberturnier, das die Behindertensportabteilung des FSV Bad Friedrichshall zum fünften Mal veranstaltete: Vier Mannschaften mussten zwar absagen, doch immer noch 20 Teams maßen auf erstmals vier Plätzen unter den wachsamen Augen von fünf Schiedsrichtern ihre Kräfte. Kämmerer Hanspeter Friede und FSV-Präsident Peter Knoche nahmen die Ehrung der glücklichen Sieger vor.

Das FSV-Turnier als feste Größe im Terminkalender: Die Blue Tigers aus Satteldorf waren zum Freiluftturnier mit 16 Spielern, zwei Betreuern und vier Eltern angereist. Bereits im dritten Jahr in Folge: "Weil so ein Turnier Spaß macht. Wie es im Fußball sein sollte", sagte Coach Rolf Weihbrecht, während sein Kollege Dietmar Flath ein Fotoalbum als Abschlussgeschenk der letzten Saison austeilte und die Spieler begeistert strahlten. Zur Freude am Sport gehörte indessen auch eine gehörige Portion Ehrgeiz: "Wir werden die Ersten", war sich Danny Treu (18) sicher.
 

Vordergrund


Die Fußballgruppe war ins Leben gerufen worden, nachdem Weihbrechts Neffe Roland lange Jahre bis zur C-Jugend im Verein gespielt hatte: "Danach hätte er mit dem Fußball aufhören müssen, weil die Anforderungen zu hoch wurden und der Leistungsgedanke zu sehr im Vordergrund stand." Um dem entgegenzuwirken, hatte sein Onkel kurzerhand die Blue Tigers gegründet. Roland Weihbrecht, der 23-jährige Spielführer mit Down-Syndrom, unterstrich: "Zusammenhalt ist das Wichtigste."

Der Teamgedanke spielt beim FSV längst eine große Rolle: Seit Jahren ist die Behindertensportabteilung fest im Gesamtverein integriert. Zwei Mannschaften stellten die Salzstädter bei ihrem Turnier. "Hier in Bad Friedrichshall legen wir Wert darauf, dass der Inklusionsauftrag der Vereinten Nationen umgesetzt wird", versicherte Trainerin Heike Acker.

Aus Fulda, Tuttlingen oder Oberesslingen kamen die Mannschaften zusammen. Bereits zum fünften Mal waren "Die Söldner" dabei, die zu acht fast 400 Kilometer in den Farben der Borussia Dortmund angereist waren: "Die Jungs freuen sich jedes Mal riesig. Wir hatten wieder mehr Anmeldungen als Platz im Bus", sagte Markus Voßwinkel, erster Vorsitzender der Behindertensportgemeinschaft Gevelsberg.

Im Jahr 1994 wurde die Gruppe gegründet. Ursprünglich ausgehend von einer Einrichtung, mittlerweile bunt zusammengewürfelt und mit fantasievollen Spielernamen wie Sponge Bob, Bruzzzler oder Mobile. Zu den sportlichen Zielen versicherte der 23-jährige Kapitän David Gertz schmunzelnd: "Mindestens ein Platz besser als im Vorjahr. Aber eigentlich egal, der Sport steht im Vordergrund."

Besser als erhofft schnitt die zweite Bad Friedrichshaller Mannschaft ab, die damit unter Beweis stellte, dass sich fleißiges Training lohnt: "Den dritten Platz vom vergangenen Jahr sichern", hatte sich der stellvertretende Vorsitzende Jens Fischer ausgerechnet. Am Ende reichte es sogar zu einem zweiten Platz.
 

Dankeschön


Nicht nur die Kicker rackerten: Sechs Mitarbeiter der Audi AG schwangen Rechen, Hacke und Schaufel, um beim Freiwilligentag Unkraut aus den Ritzen zu kratzen, die Sprunggrube zu reinigen oder die Tartanbahn in Ordnung zu bringen. Als Dankeschön für die Gastfreundschaft, die der FSV dem Unternehmen bei Sporttagen oder Feriencamps gewährt hatte.


 

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