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WM-Pokal auf Tour

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Dass es etwas Großartiges wäre, wenn der WM-Pokal auf seiner Tour durch Deutschland auch in Neckarsulm Station machen würde, versteht sich für Marco Merz von selbst. Doch wie groß die Begeisterung in der Stadt ist, das hat den Sportdirektor der Neckarsulmer Sport-Union (NSU) überrascht. "Überall, wo wir hingekommen sind, um unser Bewerbungsvideo zu drehen, haben sich die Leute dafür reingehängt." Sie wollen die Chance nutzen, um als eine von vier Mannschaften in Württemberg den Zuschlag für die "DFB-Ehrenrunde" zu erhalten. Merz ist überzeugt: Neckarsulm hätte den Pokal verdient. 

 

Verdient


Das sieht der SV Massenbachhausen ähnlich – also dass die Massenbachhausener den 6,175 Kilo schweren Pokal verdient haben. Auch der 500 Mitglieder starke Verein aus dem Leintal hat sich beworben. Auf Facebook wird getrommelt. Mit einer Mini-WM für Kinder unter 13 Jahren soll "der integrative Gedanke" gelebt werden, sagt Organisator David Menner. Vielleicht, überlegt er, könnte man diese Mini-WM sogar in jedem Fall ausspielen. "Schön wäre es aber, wenn der Pokal in die Region kommt."

In Neckarsulm würde man auch die ganze Region teilhaben lassen, sollte – voraussichtlich im Juni – der Pokal gezeigt werden. 2014 Menschen dürfen Hand anlegen. Die NSU verspricht, aus jedem der 91 Vereine im Fußballbezirk Unterland drei Leuten den Pokal weiterzureichen. 241 Unternehmen oder Einzelpersonen dürfen sich dieses Privileg dann sogar noch ersteigern – das Geld fließt der Neckarsulmer Sportförderung und einem Sozialfonds für benachteiligte Kinder zu. 

Für die Bewerbung haben die Neckarsulmer keine Mühen gescheut. Sogar einen eigenen Bewerbungssong hat der Heilbronner Rapper Brockmaster B. beigesteuert, um das Bewerbungsvideo passend zu unterlegen. Zahlreiche Menschen aus der Stadt zeigen auch neun Monate nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft ihre Begeisterung für den Fußball – im Döner-Laden, in der Arzt-Praxis, in der Schreinerei, beim Gärtner oder auf der Straße. Sogar Innenminister Reinhold Gall wurde bei einem Handball-Spiel der NSU-Damen abgepasst. Auch er erklärte sich spontan bereit, ein gutes Wort für die Idee einzulegen. Neckarsulmer Schüler wedelten mit Fähnchen, die Rektor Manfred Scheer noch organisiert hatte. "Voller Leidenschaft, Hingabe und Begeisterung" hätten alle für diesen Traum gekämpft, sagt Merz.

 

Konkurrenz


Die Konkurrenz ist groß. 1000 Vereine haben sich beworben – allerdings offenbar die meisten im Norden und im Westen der Republik. Rund um Heilbronn sind es nur der SVM und die NSU. Im Hohenlohekreis gibt es laut DFB überhaupt keine Bewerbung. Keine schlechten Chancen also? Marco Merz sieht es sportlich: Natürlich würde man auch dem SVM Respekt zollen, wenn der den Zuschlag erhält. Hätte die Sport-Union Erfolg, "werden wir dem SV Massenbachhausen gerne ein Sonderkontingent an Tickets zukommen lassen". Fairplay auch hier. Die Entscheidung wird ab dem 27. April innerhalb von drei Tagen auf dem DFB-eigenen Portal veröffentlicht. Ende Mai startet dann die Ehrenrunde in Frankfurt und führt zuerst Richtung Süden.



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