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Nadelöhr Eppingen

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Das Bundesliga-Derby 1899 Hoffenheim gegen den VfB Stuttgart am Samstag in der Rhein-Neckar-Arena stellt die Verantwortlichen bei den Stadt- und S-Bahnen vor eine Herausforderung. Fans, die mit dem öffentlichen Personennahverkehr anreisen, werden wegen der Brückenbaustelle bei Bad Wimpfen zum Großteil über Eppingen gelotst. Und dort hatte es vor einem Jahr nach dem Spiel Ausschreitungen gegeben. Die Stadtbahnbetreiberin AVG setzt kurzfristig Sonderzüge zwischen Heilbronn und Eppingen ein.

 

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Knackpunkt Eppingen: Hier müssen die Passagiere zwischen Stadt- und S-Bahnen wechseln, vor einem Jahr ging das nicht reibungslos. Fans des VfB Stuttgart hatten nach der 1:4-Pleite ihres Teams bei 1899 Hoffenheim randaliert. Die Anhänger hätten eine "befremdliche Brutalität und Aggressivität" an den Tag gelegt, berichtete die Bundespolizei damals. Die Beamten setzten Pfefferspray ein, vier Polizisten wurden verletzt.

Ein Augenzeuge erzählte, dass die Lage wegen einer überfüllten Stadtbahn eskaliert sei. Die Situation geriet offenbar außer Kontrolle, als gegen 19 Uhr die Stadtbahn S4 Richtung Heilbronn einfuhr. Der Zug war für 200 Passagiere ausgelegt, 150 Fahrgäste waren bereits an Bord. Zu diesem Zeitpunkt warteten aber laut Augenzeugen mehrere Hundert Fans des Stuttgarter Bundesligisten am Bahnsteig. Sie waren zuvor mit der S-Bahn aus Sinsheim gekommen und wollten weiterreisen.

Die Stadtbahn-Betreiberin AVG ergreift besondere Maßnahmen, obwohl sie dazu nicht verpflichtet wäre. Laut einer Sprecherin hatte sich im Vorfeld niemand an die AVG gewandt, die ein größeres Wagenangebot eigentlich nur bei Bestellung auf die Reise schickt. Die AVG setzt trotzdem vor und nach dem Spiel zwei zusätzliche Züge zwischen Eppingen und Heilbronn ein. Während die genauen Abfahrtszeiten unklar sind, stehen die Eckpunkte fest: Sie fahren vor den Eilzügen und haben Anschluss an die S-Bahn-Linie S 5, die von Eppingen zur Rhein-Neckar-Arena fährt. 

Diese S-Bahn verkehrt vor Anpfiff stündlich zu den üblichen Abfahrtszeiten in Eppingen um kurz nach Halb, zurück geht es ebenfalls stündlich mit Zügen, die um acht Minuten nach der vollen Stunde in Sinsheim losfahren. Die S-Bahnen sind doppelt so lang wie üblich, zwischen 600 und 800 Passagiere passen am Samstag hinein. Die Bundespolizei wertet zurzeit aus, wie der Großteil der Fans tatsächlich in den Kraichgau kommt.

Mit Bussen, mit dem Auto oder doch mit der Bahn? Es würden Gespräche mit Fanbeauftragten geführt, und selbst am Spieltag werde koordiniert. "Es ändert sich alles am Tag vielleicht noch zehn Mal", sagt eine Sprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Situation vor genau einem Jahr in Eppingen sei "ein bisschen daneben gelaufen". Dieses Mal werde man "mit ausreichend Kräften" reagieren, sollten die Fußball-Anhänger auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen. Das Polizeipräsidium Mannheim, in dessen Zuständigkeitsbereich das Stadion liegt, geht davon aus, dass es auf der Autobahn A 6 vor allem kurz vor Spielbeginn eng werden könnte. "Dann kommen relativ viele."

 

Faschingsumzug


Nach dem Spiel führt die nördliche Bahn-Abreise in Richtung Bad Friedrichshall über Bad Rappenau, wo Passagiere allerdings von der Stadtbahn in Busse umsteigen müssen, um durch Bad Wimpfen zu kommen.

Der Faschingsumzug, der nachmittags ab 14 Uhr durch Bad Rappenau führt, hat die Innenstadt bis Spielschluss passiert. Vorteil: Polizei und städtischer Vollzugsdienst sind vor Ort. "Wir werden präsent sein", kündigt Jens Brockstedt, Leiter des zuständigen Polizeireviers in Eppingen, im Gespräch mit unserer Zeitung bereits an. 


 

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