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Gerangel um Kunstrasen-Standort

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Der derzeitige Zustand ist untragbar. Vor allem, was die Trainingsmöglichkeiten in den Wintermonaten betrifft. Darin zumindest sind sich der SV Leingarten und der SV Schluchtern einig.

Vier Rasenplätze plus ein – nur bedingt nutzbarer – Hartplatz beim SV Leingarten stehen für 18 Jugend-, vier Seniorenmannschaften und ein Damenteam beider Vereine zur Verfügung. Und das ist viel zu wenig, zumal die Rasenplätze in den Wintermonaten nahezu durchweg nicht bespielbar sind. "Wir müssen notgedrungen schon nach Kirchhausen ausweichen. Das ist für die Jugend untragbar", sagt Andreas Lang, zweiter Vorsitzender des SV Schluchtern. Außerdem könne man inzwischen nicht mehr alle interessierten Jugendspieler aufnehmen, "weil unsere Trainingsmöglichkeiten begrenzt sind", sagt Schluchterns Jugendkoordinator Rocco Consalvo.

Aufgrund dieses Engpasses steht bereits seit einigen Jahren ein neuer Kunstrasenplatz mit gemeinsamer Nutzung zu gleichen Anteilen auf der Agenda. Von kommunaler Seite ist ebenfalls bereits grundsätzlich grünes Licht signalisiert: In der mittelfristigen Finanzplanung ist eine Summe von 250 000 Euro für das Jahr 2016 im Haushalt vorgesehen. Die Kosten für einen Platz liegen etwa zwischen 500 000 und 600 000 Euro.

Das Problem ist: Die Vereine können sich nicht über den Standort einigen. Beide möchten den Kunstrasen auf ihrem Gelände errichten lassen und haben dafür ihre Argumente. Der SV Schluchtern will einen seiner beiden Rasenplätze in einen Kunstrasen umwandeln, weil dadurch neben dem Hartplatz des SVL ein weiterer Trainingsplatz vor allem für die Wintermonate zur Verfügung stünde, was eine spürbare Entlastung bedeuten würde.

Beim SV Leingarten sieht man das anders: "Auf dem Hartplatz kann man weder trainieren noch spielen. Die Verletzungsgefahr ist viel zu groß", sagt Horst Weinmann, Vorsitzender des SVL. Dennoch werde dort notgedrungen teilweise trainiert. Auch auf den Rasenplätzen wird trainiert, obwohl sie eigentlich gesperrt werden müssten, wie die SVS-Funktionäre eingestehen.

Laut SVL-Argumentation ergibt sich also keine verbesserte Trainingssituation im Winter, wenn der Kunstrasen in Schluchtern gebaut wird. Das Gerangel um den Standort läuft inzwischen seit einigen Jahren, ohne Ergebnis.

 

Argumente


Der SV Schluchtern bringt ein weiteres Argument für seinen Standort. Zu dem ambitionierten Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC bestehen seit vielen Jahren enge Kontakte. Es gibt laut SVS das beidseitige Interesse an einer Kooperation. Dazu bräuchte man optimale Trainingsbedingungen.

Inzwischen scheint die Geduld des Bürgermeisters an Grenzen zu stoßen. "Die Vereine wollen sich nicht einigen. Dann muss eben der Gemeinderat entscheiden", sagt Ralf Steinbrenner und kündigt für das erste Halbjahr an, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. 


 

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