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Junge Trainer ziehen Kinder mit

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Es ist dunkel, nasskalt und ungemütlich an diesem Freitagabend. Es regnet ohne Unterlass. Bei jedem Schrittsprung auf der Tartanbahn des Ilsfelder Sportplatzes spritzt das Wasser in alle Richtungen. "Das Wetter spielt für uns keine Rolle. Wir trainieren trotzdem. Die Kinder und Jugendlichen sind supermotiviert. Jedes Mal aufs Neue", freut sich Trainer Mathias Büttner über die rund 15 jungen Athleten zwischen neun und 16 Jahren, die seit Oktober zu ihm und Robin Bürkle sowie Co-Trainerin Sabrina Guhr in die neue Leichtathletik-Trainingsgruppe kommen.

Regendicht verpackt in mehreren Schichten Kleidung, verbessern die Mädchen und Jungen ihre Koordination, üben Sidesteps, springen über alte Bananenkartons oder ziehen lange Schrittsprünge über blaue Gymnastikmatten. 

 

Engagement


Erst im Sommer ist Jürgen Siegele vom Therapie und Rehazentrum Bottwartal mit Ilsfelds Bürgermeister Thomas Knödler ins Gespräch gekommen. Er hätte zwei junge Leute, die sich als Trainer engagieren wollten. Ein Satz, bei dem Sven Seitz, der Vize-Vorsitzende des SC Ilsfeld, hellwach wird: "Unsere Leichtathletikabteilung liegt seit sechs Jahren brach. Das war unsere Chance, wieder aktiv werden zu können", berichtet Seitz, dessen Tochter Kathrin als Hochspringerin, Kaderathletin und amtierende Landesmeisterin in der weiblichen Jugend U20 ist. Sie muss auswärts, für den TV Flein, starten und dort trainieren.

Mit kleinen Plakaten beim Bäcker, Anzeigen im Ortsblatt und Aushängen an den Schulen rühren die Verantwortlichen die Werbetrommel. Und erleben beim ersten Training Anfang Oktober eine Riesenüberraschung, als gleich 20 Interessenten auftauchen: "Wir wussten ja, dass sich die etablierten Vereine im Landkreis schwer tun, neue Kids für die Leichtathletik zu begeistern", so Sven Seitz. 

"Ich habe gehofft, dass wir mit vier oder fünf über den Winter kommen. Jetzt haben wir einen Stamm von etwa 15 Kindern", sagt Mathias Büttner lachend. Sein Trainerkollege Robin Bürkle und er waren früher Konkurrenten als Läufer. Der eine bei der TSG Heilbronn, der andere beim SC Ilsfeld. Jetzt wollen sie gemeinsam etwas Neues aufbauen.

"Leichtathletik ist eine Randsportart. Wir sollten als Vereine hier in der Region zusammenhalten. Die Athleten haben sich schon immer gut verstanden. Es wäre schön, wenn die Funktionäre besser zusammenarbeiten würden", spielt Robin Bürkle auf die Konkurrenz zwischen der TSG Heilbronn und den umliegenden Vereinen, die sich in der ULG zusammengeschlossen haben, an. 

 

Improvisation


Im Moment wird auf dem Sportplatz in Ilsfeld viel improvisiert: "Wir haben den Verantwortlichen unsere Wunschliste abgegeben. Es fehlen Maßbänder, Hütchen, Hürden, Bälle, Ballpumpen und Schaumstockblöcke", zählt Robin Bürkle auf. "Wir werden dafür Geld in die Hand nehmen", verspricht Sven Seitz. Auch fixe Hallenzeiten müssen erst wieder erkämpft werden. Solange wird draußen trainiert. Jetzt im Winter stehen Koordination und Kondition auf dem Programm. 

Den Teilnehmern macht das neue Angebot einen Riesenspaß. Am Sonntag steht auf dem Haigern beim Crosslauf der erste Wettkampf an. "Ihr bekommt dann auch alle Spikes zum Laufen", informiert Sabrina Guhr. Was das denn sei, will die zehnjährige Hannah wissen und lacht über die Erklärung der anderen: "Das sind so Stacheln unter den Schuhen, damit du nicht wegrutscht." Dann sausen die Sportler wieder los. Bis Sonntag muss noch ein bisschen trainiert werden. 


 

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