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Klassenerhalt so gut wie im Köcher

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Es ist sein letzter Pfeil, sein letzter Schuss. Konzentriert steht Achim Noack an der Markierung und spannt den Bogen. Dann drückt er ab. Das Ergebnis, es kann sich sehen lassen. Mittendrin hat sich der Pfeil eingebohrt, in der zehn. Noack ist erleichtert. "Ich habe gewusst, dass es eng war. Und ich wusste, dass ich nicht ins Blaue oder Rote treffen sollte", sagt der Routinier des KKS Hüffenhardt.

Vier Siege, ein Unentschieden und nur zwei Niederlagen: Das neue Jahr hat gut angefangen für die Bogenschützen des KKS. Beim dritten Saisonwettkampf in Östringen erzielten die Kraichgauer neun Punkte und machten wertvollen Boden gut. Statt Sechster sind sind nun Fünfter in der Landesliga. Statt drei Punkte haben sie nun sieben Punkte Vorsprung auf die Relegationsplätze. "Ich bin zufrieden. Ich bin sogar sehr zufrieden. Das war unser bester Wettkampf seit Jahren", freut sich Noack.

 

Skepsis


Der 47-Jährige war mit gemischten Gefühlen nach Östringen gefahren. Die mäßigen Leistugen im Training hatten bei allen Beteiligten am Selbstvertrauen genagt. Würde man gut genug sein? Würde man überhaupt einen Wettkampf gewinnen können? Doch dann kam es zu Beginn des Wettschießens zum Duell mit dem Tabellendritten BSC Heidelberg. Der KKS überraschte dabei nicht nur die Konkurrenz, sondern auch sich selbst. 53 Ringe im ersten und 55 Ringe im zweiten Durchgang bedeuteten eine 4:0-Führung. Zwar konterte der BSC auf 4:4, doch im letzten Durchgang bewiesen Laura Noack, Jan Reimold und Achim Noack starke Nerven. Mit 55:50 hielten sie den Favoriten in Schach und fuhren den ersten Sieg des Tages eins.

"Dieses Match hat irgendetwas in uns ausgelöst. Es lief danach fast von allein", sagt Achim Noack. Gegen die beiden Spitzenteams gab es zwar die erwarteten Niederlagen, doch die hielten sich in Grenzen. Vor allem der Tabellenzweite 1. BSC Karlsruhe kam mächtig ins Schwitzen. Erst im letzten Durchgang machte er den 6:4-Sieg perfekt – gegen einen erstaunlich starken KKS, der in jedem der fünf Durchgänge mindestens 50 Ringe erzielte.

Nach der Pause blieb das Team um Achim Noack ungeschlagen. Zunächst gab es ein 5:5 gegen Echo Wiesental, dann folgten nach 0:2-Rückstand ein 6:2 gegen den PSV Karlsruhe und ein hart erkämpftes 6:4 gegen den KKS Reihen. Mit seinem letzten Pfeil brachte Noack den Sieg unter Dach und Fach.

"Wir wollten unbedingt ein kleines Punktepolster für den letzten Wettkampf haben. Das haben wir geschafft", sagt der Routinier, der sich gerne "den alten Dackel" nennt, und macht seinen jungen Mitstreitern ein Kompliment. Jan Reimold habe überdurchschnittlich geschossen und aus der Fahrkarte zu Beginn des Wettkampfs die richtigen Schlüsse gezogen. Und seine Tochter Laura Noack habe eine hervorragende Leistung gezeigt. "Sie war so stabil wie seit langem nicht. Dabei wollte sie zunächst gar nicht mit nach Östringen fahren, weil sie unzufrieden mit sich war und gesagt hat: ,Ich treff’ eh nichts’."

 

Prüfungsstress


Auf den letzten Wettkampf, der am 8. Februar in Karlsruhe stattfindet, wird die 18-Jährige verzichten – genauso wie auf die Landesmeisterschaften am kommenden Wochenende. Laura Noack ist im Abi-Stress, sportliche "Prüfungen" mit Pfeil und Bogen passen da nicht in die Vorbereitung. Beim Saisonfinale muss deshalb jemand anderer in die Bresche springen, Alternativen gibt es genug. Da wäre Steffen van der Straeten. Da wäre Alisa Zimmermann. Und da wäre Tino Lauber, der nach rund 16 Jahren Bogenschießen-Pause ein Comeback gestartet hat. "Im letzten Sommer ist er plötzlich wieder aufgekreuzt", berichtet Achim Noack

Noack ist jedenfalls guter Dinge. Der Klassenerhalt ist so gut wie im Köcher, es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn da noch etwas schiefgeht. "Wenn wir das Match gegen den PSV Karlruhe gewinnen, ist es gelaufen. Dann haben wir es geschafft. Ob wir Fünfter oder Sechster werden, ist egal", sagt Noack und ergänzt: "Vielleicht überraschen wir uns ja selber und verbessern und sogar noch um einen Platz." 



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