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Buntes Allerlei der Disziplinen

Übersicht

Einen langen Anlauf braucht er nicht. Acht, neun Schritte, dann ist Bastian Bauer vorn. Der Zwölfjährige vom TV Bad Rappenau setzt zum Sprung an und fliegt über die Latte – über 1,25 Meter im dritten Versuch. "Gut gemacht", lobt Trainer Steffen Kühn seinen jungen Schützling.

Es sind Leichtathletik-Kreismeister in Eppingen. Für Bastian Bauer sind es die ersten Titelkämpfe überhaupt. Erst im Januar hat er mit der Leichtathletik begonnen, um sich für den Fußball mehr Ausdauer zu verschaffen. Inzwischen weiß er, dass man auch in anderer Hinsicht profitieren kann. "Leichtathletik ist auch für andere Dinge gut", sagt Bastian Bauer.

Leichtathletik ist vielfältig. Man sieht es im Eppinger Kraichgaustadion, wo es ein buntes Allerlei der Disziplinen zu sehen gibt. Hier sind die Schlagballwerfer im Einsatz, dort versuchen die Kugelstoßer ihr Glück. Auf der Bahn rennen Hürden- und 75-Läufer, die Hochspringen sind am Stadioneingang zu Gange. Weit- und Dreispringer haben ihr Plätzchen hinten am Waldrand gefunden.


Glanzlicht

Bei allem Breitensport: Es gibt auch Ergebnisse, die sich in der badischen Spitze sehen lassen können. Dreispringerin Magdalena Polster vom TV Eppingen sorgt für eines der Glanzlichter der Veranstaltung. 11,23 Meter springt die 18-Jährige weit. Richtig zufrieden ist sie trotzdem nicht. Bei der süddeutschen Meisterschaft vor einer Woche in Kassel ist sie bei 11,44 Metern gelandet, bei den badischen Meisterschaften in Forst kam sie auf 11,51 Meter. Es wäre mehr drin, viel mehr. "Ich verschenke zu viel am Brett. Der Anlauf passt nicht", ärgert sich Polster.

Knapp 200 Sportler sind es, die an den Titelkämpfen teilnehmen. Die Kreismeisterschaften sind nicht mehr der ganz große Renner.Vor allem in den Dreikämpfen der Acht- und Neunjährigen klaffen Lücken. Lediglich 31 Kinder aus sieben Vereinen rennen um die Wette. Woran es liegt? "Am nächsten Samstag finden in Sulzfeld die Mehrkampfmeisterschaften statt", sagt Roland Dworschak, der Leichtathletikkreis-Vorsitzende. "Das ist vielleicht der Grund für die Zurückhaltung."

Überhaupt tut sich die Szene schwer. Vereine wie der TV Eppingen, die einen guten Zulauf haben, sind eher die Ausnahme. Hubert Mickel, die Koryphäe des TV Sinsheim, beklagt die große Konkurrenz, die im Sportkreis Sinsheim eine besondere ist. Hoffenheim, Hoffenheim, Hoffenheim. "Die Fußballer werden bis zum Gehtnicht-mehr unterstützt. Wir müssen uns alles selbst erarbeiten", sagt Mickel.


Kleines Feld

Hinz kommt eine gewisse Bequemlichkeit. Nein, es ist nicht immer cool, sich für den Erfolg zu schinden und zu quälen. Viele Altersklassen sind dünn besetzt, manchmal muss man nur das Ziel erreichen, um Kreismeister zu werden. Mickel hat festgestellt, dass bei der Jugend vor allem der Schlagballwurf attraktiv ist: "Das ist am wenigsten anstrengend." Technisch anspruchsvolle Disziplinen, die viel Arbeit und viel Fleiß erfordern, sind nicht so gefragt. "Dreisprung ist eine Marktlücke. Den gibt es bei uns eigentlich nur beim TV Eppingen. Da könnte man etwas bewegen", sagt Mickel.

Bastian Bauer kann sich vorstellen, bei den Leichtathleten am Ball zu bleiben. Er hat Spaß und Erfolg – wie Platz eins beim U12-Hochsprung-Wettbewerb zeigt. Trainer Steffen Kühn ist sich sicher: "Bastian hat Potenzial. Aus ihm wird mal ein Hochspringer. " 

 

 

 

 

 

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