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Parcours statt Elfmeter

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Heidi Traub (9) strahlt über das ganze Gesicht, springt von der Holsteiner-Stute Cleopatra und zeigt stolz ihren Siegerpokal beim Jugendturnier des Reitervereins Ilsfeld: "Ich bin schon öfters gestartet. Heute habe ich zum allerersten Mal gewonnen." Ihre Mutter Yasmine hat keine Zeit, um sich zu freuen. Sie hilft der jüngeren Tochter Leni in den Sattel und führt die lebhafte Stute wieder auf den grünen Rasen vor der Gemeindehalle. Denn beide Töchter der passionierten Unterheinrieter Turnierreiterin, die für den RV Ilsfeld startet, treten im Führzügel-Wettbewerb für Teilnehmer ab vier Jahren an. Meist von ihren Müttern geführt, müssen die jungen Reiter zeigen, wie sicher sie bei Schritt und Trab im Sattel sitzen, ob sie den Grundsitz beherrschen und schon ein Gefühl für ihr Pferd entwickelt haben.

 

Parcours


"Sie dürfen ruhig applaudieren", ermuntert Vereinsvorsitzender Dieter Melwitz die Zuschauer am Samstagmittag. Er kommentiert die Wettkämpfe und Prüfungen des zweitägigen Wettkampfs per Mikrofon aus dem Richterturm. "Das mache ich bestimmt schon 20 Jahre. Immer noch mit voller Begeisterung. Jetzt wird auch das Wetter wieder richtig gut", freut er sich über die Wolkenlücken. Neben der Gemeindehalle auf dem Rasenplatz, wo sonst die Ilsfelder Fußballer trainieren, haben die Reiter ihren großen Parcours aufgebaut.

60 bis 70 Ehrenamtliche gehören zum Helferstamm, stehen seit Jahrzehnten um die Pfingstzeit bereit, helfen im Meldebüro, auf dem Parcours, in den Reithallen, auf dem Dressurplatz, bauen auf und ab, schälen zentnerweise Kartoffeln, bringen selbstgebackene Kuchen, braten Steaks und Würste und sorgen so dafür, dass die Veranstaltung reibungslos über die Bühne geht. "Bei uns im Verein gibt es keine Pflichtarbeitsstunden. Aber ich sage jedem, der zu uns kommt, dass es Pflicht ist, bei den Turnieren zu helfen", so Vorstandsmitglied Christian Abel, der mit Melwitz seit Jahren die organisatorischen Fäden für das Jugendturnier in der Hand hält.

In der Küche hat Sylvia Hiller den Überblick. "Früher hat das meine Mutter gemacht. Irgendwann hat sie mich dann auf ihren Platz geschoben. Inzwischen sind wir hier eine gute Truppe. Jeder weiß, was zu tun ist, auch wenn ich nicht da bin", sagt die Reiterin und Mutter, die am Samstagmorgen erst noch ihre Tochter beim Springen betreut hat, lachend.

Christian Abel lobt die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und den anderen Vereinen: "Die Jugendfußballer haben sogar extra ihr Spiel nach Schozach verlegt, damit kein Ball auf den Dressurplatz fliegt und die Pferde erschreckt."

Auf dem Abreiteplatz herrscht rund um die drei Hindernisse Oxer, Steilsprung und Kreuz reger Betrieb. Hier wird nochmals kurz angetrabt, eingesprungen und galoppiert, bevor es in den Parcours geht. Annsophie Schmidt (14) aus Pforzheim ist gerade fertig, ist im Stilspringen mit Qualifikation zum Landesjugendcup erfolgreich: "Ich bin zum ersten Mal in Ilsfeld, finde das Turnier sehr schön und den Platz gut. Es ist toll, dass ich hier unter Gleichaltrigen reiten kann und nicht immer die Jüngste im Feld bin."

 

Reiz


Denn bei den meisten anderen Turnieren treten die jungen Reiter im Erwachsenenfeld an. "Hier in Ilsfeld haben die Kinder die Gelegenheit, sich unter ihresgleichen zu messen", bringt Melwitz den Reiz und die 40-jährige Erfolgsgeschichte des Turnieres auf den Punkt.



 

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