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Die Formel 1 für Vierbeiner

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Wie ein geölter Blitz fliegt Samson über die vier Hürden, springt gegen die Bande, löst einen Mechanismus aus und schnappt sich den herausspringenden Ball. Dann geht es den gleichen Weg zurück über die Hindernisse, zum Startplatz, eine insgesamt 30 Meter lange Strecke. Dort wartet der nächste Hund auf seinen Einsatz. Flyball ist Formel 1 für Hunde.

In den USA werden sogar extra Flyball-Hallen gebaut, die Wettkämpfe laufen im Fernsehen, der Geräuschpegel der anfeuernden Zuschauer ist enorm. "Flyball ist in Amerika total beliebt", berichtet Jasmin Wiesinger-Löbich. Die Vorsitzende des Allgemeinen Hundesportvereins Heilbronn (AHV) hat die Sportart zum ersten Mal bei einem Turnier in Ludwigshafen gesehen und war so angetan, dass sie den Trainerschein machte. Jetzt gehört Flyball zum regelmäßigen Angebot des Vereins – und begeistert immer mehr Mitglieder des AHV und vor allem auch die Vierbeiner, wie ihre Besitzer versichern.

 

Schwobarennerle


Am vergangenen Wochenende sind Andreas Kloppholz, Julia Gehring, Andrea Schaffer und Josefine Löbich mit Hovawart Andro, Mischling Samson, Australian Shepard Akira und kroatischer Schäferhündin Ida zum ersten Mal bei einem Turnier gestartet als Schwobarennerle. Ein knappes Jahr haben die Menschen-Hunde-Teams dafür auf dem Vereinsgelände in Horkheim trainiert. Das reicht zumindest, um bei einem Wettkampf dabei zu sein. Gewinnen kommt vielleicht später. "Hier in der Gegend sind wir bislang die einzigen, die Flyball anbieten", sagt Wiesinger-Löbich. Gerne will sie als Flyball-Beauftragte des Hunde-Verbands für die Region Heilbronn andere Vereine unterstützen, eine Flyball-Gruppe zu starten. Dann müssten sie für Turniere nicht mehr so weit fahren.

Sich intensiv mit dem eigenen Tier zu beschäftigen, das reizt Julia Gehring am Sport mit ihrem dreijährigen Rüden, der auch das schwierigste beim Flyball sicher beherrscht: die Wende an der Bande. Die Drehung, ähnlich wie bei Schwimmern im Becken, müssen die Hunde als erstes lernen, damit sie beim Auslösen des Ballmechanismus’ nicht frontal gegen die Wand prallen.

 

Balltrieb


Rasse und Größe spielen beim Flyball keine Rolle, der kleinste Hund im Team bestimmt die Höhe der Hürden. Nicht nur geschickt müssen die Tiere sein, sondern vor allem auch schnell, und sie brauchen "Trieb auf den Ball", wie ihre Besitzer es ausdrücken.

Die Abläufe im Wettkampf sind streng geregelt, der Start wird elektronisch überwacht. Zwei Teams mit vier Hunden treten gegeneinander auf dem Parcours mit zwei Bahnen an. Insgesamt zwölf fehlerfreie Läufe müssen absolviert werden – das heißt, der Hund muss den Ball an den Startpunkt zurückbringen und der nächste darf, wie beim Staffellauf, dann erst starten. Für die Schwobarennerle steht trotz allem Ehrgeiz der Spaß im Vordergrund. Und dazu gehört auch, dass sich die Hunde den Ball mal gegenseitig abjagen und die Regeln ignorieren.




 

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