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Ein Trio soll das Jubiläum vergolden

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Besonders schön ist es eigentlich für die Familien. "Die Jungs sind ja mehr bei mir als zu Hause", sagt Annett Wiedemann mit einem kecken Grinsen. Drei ihrer Schützlinge können die Lieben unter den etwa 100 Startern bei den deutschen Jugendmeisterschaften (DJM) in der Böckinger Elly-Heuss-Knapp-Sporthalle von Freitag bis Sonntag bestaunen. Genauer gesagt, zweieinhalb.

Denn nur Milan Hosseini und Jonas Wörz hat die Cheftrainerin der Böckinger Turntalentschule im Heilbronner Leistungszentrum noch unter ihren Fittichen. Jonas 15-jähriger Bruder Daniel trainiert seit August im Bundesstützpunkt Berlin, startet aber noch immer für die TG. In besonders engem Kontakt war er zuletzt mit Hosseini. Denn der 13 Jahre alte Pauschenpferd-Spezialist wird ihm im Sommer in die Bundeshauptstadt folgen: "Natürlich wird mir mein Zuhause dann ein bisschen fehlen. Aber ich freue mich auch richtig drauf. Mit Daniel habe ich ja außerdem schon einen Freund da." Bei der DJM möchte Hosseini sich noch einmal erfolgreich verabschieden. Am besten natürlich mit einer Medaille. Welche Farbe die haben sollte? "Das weiß ich noch nicht", sagt er bescheiden. In drei der sechs Gerätefinals würde er am Sonntag aber schon gerne stehen, auch im Mehrkampf der 13- und 14-Jährigen (AK 13/14) rechnet er sich bei seinem dritten DJM-Auftritt Chancen aus.


Angeschlagen

 

Ein Trio soll das 125-jährige Jubiläum der TG Böckingen, zu dessen Anlass sich der Verein um die Meisterschaften bemüht hat, also vergolden. Denn der nervenstarke Daniel Wörz (AK 15/16) sei im Normalfall ebenfalls für Medaillen gut, sagt Annett Wiedemann. Doch der 15-Jährige kämpft noch immer mit wachstumsbedingten Schmerzen. Seine Routine könnte ihm aber dennoch zu einem Stück Edelmetall verhelfen. Schließlich gibt es in sechs Gerätefinals und im Mehrkampf jeweils einen Satz zu ergattern.

Zum ersten Mal dabei ist hingegen sein kleiner Bruder Jonas. Und zwar bei den Jüngsten in der AK 12. Dort zählt für ihn nur Pflicht und Kür, denn Gerätefinals gibt es noch nicht. Sein Ziel: "Den Wettkampf ohne Sturz schaffen und wenn es gut läuft unter die Top Ten kommen." Ein ambitioniertes Ziel. Denn er schaffte es nicht beschwerdefrei durch die Vorbereitung. Ellbogenprobleme warfen ihn im Training zurück– genau wie seinen Bruder. Die ständigen Vergleiche mit Daniel Wörz stören ihn nicht. Sie haben ein gutes Verhältnis. Dass sie am Wochenende mal wieder gemeinsam in einer Halle turnen, spielt für Jonas Wörz indes keine große Rolle: "Das ist mir eigentlich egal. Ich darf mich nicht ablenken lassen – auch von meinem Bruder nicht."


Fokussiert

 

Die drei TG-Turner, sie sind fokussiert. Besonders nervös ist keiner des Trios. Sie freuen sich vielmehr auf die Unterstützung von Freunden und Familie. Auch Annett Wiedemann ist überzeugt, dass der Erwartungsdruck vor heimischer Kulisse kein Problem darstellt: "Im Gegenteil, daraus werden sie noch mehr Motivation ziehen."

Ob es dann wirklich zu Medaillen reicht, darauf will sich zumindest Milan Hosseini nicht festlegen. Bei einem ist er sich aber zu 100 Prozent sicher: Er möchte es in die Nationalmannschaft schaffen. "Er hat auf jeden Fall das Zeug dazu", sagt Wiedemann mit einem wissenden Nicken. Die ehemalige TG-Turnerin Antonia Alicke, die diesen Sprung bereits geschafft hat, zeigt, dass dieser Wunsch keineswegs unrealistisch ist. Und auch für die Familie hätte das Vorteile, schließlich kommen die Wettkämpfe der Nationalmannschaft auch im Fernsehen.

 

 

 

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