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Es kann nur ein Ziel geben

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Wenn es ums Kegeln geht, haben Leute vieles im Kopf. Meist eine gemütliche Gaststätte, leckeres Essen, dazu vielleicht noch das eine oder andere Kaltgetränk – und dann eben zur Unterhaltung nebenher die eine oder andere ruhige Kugeln schieben.

Samantha Jones kennt das. "Viele Mitschüler kommen immer wieder und sagen, dass Kegeln kein Sport sei. Aber wenn ich sie dann dazu auffordere, es einmal auszuprobieren, traut sich auf einmal niemand", sagt die 14-Jährige.

Dass Kegeln doch Sport ist, wird die Schülerin des Zabergäu-Gymnasiums in Brackenheim am Donnerstag und am Freitag wieder einmal unter Beweis stellen – beim Weltpokal in Speichersdorf bei Bayreuth, dem höchsten Kegel-Einzelwettbewerb in Samanthas Altersklasse.

 

Gewinnen


Insgesamt zehn Nationen mit jeweils zwei Athleten treten an beiden Tagen gegeneinander an – im Einzel- und im Paarwettbewerb (ein Mädchen und ein Junge). Samantha und ihr Partner aus Bayern wollen ihr bestes geben. Am Donnerstag die beiden Vorläufe und das Finale im Paarwettbewerb, am Freitag die Endrunde im Einzel. Das Ziel hat Samantha klar vor Augen: "Ich will hier gewinnen. Dazu werde ich mein Bestes geben und dann werden wir sehen, was die Anderen so machen."

Eine deutliche Kampfansage in Richtung der Konkurrenz, die aufgrund der bisherigen Leistungen nicht ganz unrealistisch scheint. "Momentan hat niemand in ihrer Altersklasse ihren Durchschnitt", sagt Mutter Jutta stolz.

Sportlich war Samantha schon immer, hat früher neben dem Kegeln noch Leichtathletik und Leistungsturnen gemacht – irgendwann nur noch Letzteres. Vor zwei Jahren musste hat sie sich dann entschieden, Turnen und Kegeln war gleichzeitig nicht mehr möglich. "Ich habe mich für das Kegeln entschieden, weil ich dort mit etwas weniger Aufwand sehr viel erreichen konnte", sagt die 14-Jährige rückblickend. Viel erreicht hat sie in ihrer Altersklasse bereits jetzt schon. Das mit dem geringeren Aufwand würde sie heute so nicht mehr unterschreiben.

Dreimal in der Woche steht sie an der Bahn, meist für zwei Stunden. Zusätzlich stehen Jogging und Seilspringen auf dem Programm – für Kondition und Koordination.

 

Lehrgänge


Die heiße Phase begann im Januar. Zuvor wurden die Nationaltrainer durch den Landesverband auf die Leistungen der zweifachen württembergischen Meisterin aufmerksam. Auf mehreren Lehrgängen musste die Neuntklässlerin ihr Können beweisen. Auch danach wurden die Leistungen im Ligabetrieb mit dem VfL Brackenheim dokumentiert. Im März dann die weniger überraschende Entscheidung – Samantha fährt zum Weltpokal.

Dass sich Samantha Jones vor zwei Jahren für das Kegeln und gegen die anderen Sportarten entschied, war nicht ganz dem Zufall geschuldet. Eigentlich konnte die 14-Jährige gar nicht anders. Schon der Opa war Kegler, dessen vier Söhne und damit auch Vater Gary Jones ebenfalls. Die Mutter kam zu dem Sport durch den eigenen Bruder. Der kegelte wiederum gemeinsam mit Vater Gary. Gemeinsam gründete die ältere Generation die Jugendabteilung in Brackenheim. Mutter Jutta Jones nahm als Erste 1987 für den VfL an einem internationalen Wettbewerb teil. Die Jones sind also eine Keglerfamilie durch und durch. Da wird der Wettkampf auch schon einmal mit einem Augenzwinkern in die heimischen vier Wände verlagert. "Meine Tochter will mehr Pokale als ich holen", sagt Gary Jones. "Da bin ich ja auch nicht mehr weit weg", frotzelt seine Tochter. Fragt sich, ob Gary Jones ab Freitag noch mehr um den Vorsprung im Trophäenschrank bangen muss.



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