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Zwischen Studium und Sport

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Einen guten Saisoneinstieg hat Dreispringer Felix Mairhofer am Samstag beim Heim-Meeting in Eppingen gefeiert. Der 20-Jährige, der von der Sporthilfe Unterland gefördert wird, ist mit 15,40 Meter Dritter geworden. Im Interview mit Stefanie Wahl sagt der BWL-Student über seinen Alltag: "Freizeit bleibt keine."


Herr Mairhofer, ein Saisoneinstand ist stets mit vielen Fragezeichen behaftet. Wie viele sind nach Ihren 15,40 Meter gelöst?

Felix Mairhofer: Eigentlich ziemlich viele. Mein Anlauf hat gepasst – er ist ja über Jahre mein Problem gewesen. Aber ich habe auch viel daran gearbeitet und trainiert, weil ich verletzungsfrei geblieben bin.


Das ist ein großer Luxus, denn Sie sind häufig von Beschwerden geplagt.

Mairhofer: Richtig. Das ist enorm viel wert. Das Komische ist: Im Training habe ich eigentlich gar nichts verändert. Aber auch sonst hat alles gepasst: das Wetter, die Wettkämpfer – da kann ich stolz sein. Es ist ja mein Heimwettkampf, das ist immer etwas Besonderes. Aber da hat man auch mehr Druck, weil man es allen zeigen will. Da ist es schwieriger, locker zu bleiben. Aber es macht eben auch wahnsinnig viel Spaß.


Was ist denn Ihr großes Saisonziel?

Mairhofer: Ganz einfach: Verletzungsfrei bleiben, dann kommt alles von alleine. Dann will ich die 16 Meter attackieren. Vergangenes Jahr bin ich in der Halle mit 15,60 Meter da schon rangesprungen. Ein Ziel sind die deutschen Meisterschaften U 23. Aber auch bei den Aktiven im Nürnberger Stadion zu springen, ist richtig cool. Es sollen schon 20 000 Tickets weg sein.


Die Einzelkomponenten sprechen dafür, dass Sie das schaffen. Wie schwierig ist es, diese zusammenzusetzen und auf den Punkt abzuliefern?

Mairhofer: Ein berühmter Dreisprung-Spruch heißt ja, man muss nicht einen Sprung optimieren, sondern drei. So ist es auch. Hop und Step sind ganz okay, der Jump für sich auch. Aber zusammen muss ich noch ein paar Trainingseinheiten machen, dann passt das schon.


Zwischen den Versuchen haben Sie mit Ihrem Trainer analysiert. Wie aufnahmefähig sind Sie denn überhaupt im Wettkampfmodus?

Mairhofer: Prinzipiell kommt das auf den Springer an. Ich kann schon relativ viel aufnehmen. Meist sind es Kleinigkeiten, wie ein lockerer Anlauf oder den Schwungfuß anders setzen. Da wird nichts Großes verändert, das geschieht dann im Training. Einfach Details, auf die man nochmals achtet. Das Gute daran ist, dass man gleich danach noch das Gefühl für den Sprung hat und merkt, wo genau der Fehler war.


Sie müssen Ihr BWL-Studium in Mannheim und den Sport vereinbaren. Wie schaffen Sie das?

Mairhofer: Derzeit bin ich im vierten Semester, das ist sehr intensiv. Ich fahre von Eppingen zur Uni, dazu habe ich sechsmal die Woche Training – zwei bis dreimal in Karlsruhe, wo ich direkt von Mannheim aus weiterfahre. Dort kann ich mit EM-Teilnehmer Julian Howard trainieren. Den Rest trainiere ich in Eppingen, also Freizeit bleibt keine. Keine Ahnung, wie viele Kilometer das sind, ich müsste es erst mal ausrechnen. Es geht schon viel Zeit dafür drauf, aber ich mache es ja für mich und will es so. Und irgendwie geht es auch immer.


Weil die Familie mitspielt?

Mairhofer: Unbedingt, die nimmt mir sehr viel ab. Meine Oma und mein Opa kochen immer richtig gut für mich. Und meine Mama schaut einfach auf alles, sie ist so was wie eine Managerin im Hintergrund.


 

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