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Von der Turn- zur Tanzkönigin

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Sita Fuchs wusste schon immer, was sie wollte. Und sie hatte seit der Grundschule ein klares Ziel vor Augen: der Start bei der Olympiade 2016 im Turnen. Dass sie jetzt tanzt statt turnt und als mehrfache Medaillengewinnerin der World Dance Masters 2015 im kroatischen Porec zurückkommt, hätte sich die 15-jährige Fleinerin noch vor zwei Jahren nie vorstellen können.

 

Talent


Schon mit sieben Jahren beginnt das quirlige Mädchen zu turnen, steigt im Leistungszentrum bei der TG Böckingen ins Training ein, erweist sich als großes Talent, turnt bundesweit unter den besten Zehn und landet schließlich in der Vorstufe des Auswahlkaders für die Olympiade. "Ich habe am liebsten am Boden geturnt, auch wenn ich am Barren viel erfolgreicher war", erinnert sich die Fleinerin, die für die TG Böckingen startete, lächelnd. Ab der siebten Klasse wechselt die Schülerin aufs Sportgymnasium nach Stuttgart, trainiert seitdem 25 Stunden pro Woche im Kunstturnforum, dem Olympiastützpunkt in der Landeshauptstadt. 

Doch dann Mitte 2013 muss die leistungsorientierte Fleinerin zurückstecken. Der Rücken und die Gelenke machen Probleme, mehr Reha als Training ist angesagt. "Das war für mich richtig enttäuschend und frustrierend. Es ging kaum noch etwas", erzählt die 15-Jährige im Rückblick. Eine Trainerin im Kunstturnforum gibt Sita den entscheidenden Hinweis. "Geh doch mal zum Tanzen", empfiehlt die einfühlsame Frau und gibt Sita gleich noch ein paar Bücher übers Tanzen mit nach Hause. Bei der renommierten New York City Dance School in Stuttgart bucht die verletzte Turnerin schließlich einen Schnupperkurs und ist Feuer und Flamme. 

 

Training


Seit Februar 2014 geht sie nun nachmittags ins Tanztraining. Und darf nach nur einem Jahr mit zu den World Dance Masters. "Ich habe ja viel Zeit im Zug und im Auto, wenn mich meine Mutter abholt. Da habe ich mir die Choreographie ausgedacht und die Musik von David Garrett ausgesucht, "Master of Puppets": "Das passt zu meinem akrobatischen Tanz", lacht Sita Fuchs.

Ihre natürliche Eleganz, ihr Talent zum Choreografieren schlägt im kroatischen Porec ein. Sie qualifiziert sich mit ihrem eineinhalb minütigen Tanz mit vielen Turnelementen direkt für die Profiklasse, die A-League, landet schließlich völlig überraschend auf dem Bronzeplatz. "Bei der Quali war ich aufgeregt. Aber dann habe ich gemerkt, wie gut ich bin und dass die anderen oft technisch unsauber getanzt haben", meint Sita Fuchs selbstbewusst.

Im Team holt sie auch noch zwei Silbermedaillen. Und hat jetzt neue Ziele: "Jetzt will ich Hip-Hop ausprobieren. Es ist spannend, sich ganz frei zu bewegen, direkt auf die Musik zu reagieren." An die schwere Verletzungszeit denkt sie nur noch selten, betont aber: "Ich habe gelernt, dass es immer noch einen anderen Weg im Leben gibt, den man verfolgen kann und trotzdem glücklich wird." Ihr langjähriger Turnverein, die TG Böckingen, hat sich bei ihr nicht mehr gemeldet: "Nein, nur die Stuttgarter und der VFL Kirchheim/Teck, bei dem ich in der zweiten Bundesliga geturnt habe. Dort helfe ich jetzt in den Ferien bei den Choreografien." 



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