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Starke Mini-Schwaben in der Römerhalle

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Ein bisschen bedauerte er es schon, sich nicht mit den Berliner Trainingskollegen messen zu können. Aber auch nur ein bisschen. "Klar, es sind nicht viele Teams und gegen sie zu turnen, wäre cool gewesen, aber so haben wir natürlich auch bessere Chancen, aufs Podium zu kommen", sagte der 14-jährige Milan Hosseini vor dem Deutschland-Pokal, dem Kräftemessen der Landesverbände, keck. Seine Zahnspange blinkte, als er dabei schelmisch grinste. Druck? Den spürte das schmale Talent beim Vorturnen in der Heimat nicht. Souverän setzte er sich am Samstag in der Altersklasse (AK) 13/14 mit dem Viererteam des Schwäbischen Turnerbunds (STB) an die Spitze. Ohne großen Wackler.

Der erste Platz mit der Mannschaft vor Brandenburg, Hessen und Bayern, sowie Bronze im Einzel – ein voller Erfolg bei Milan Hosseinis Unterland-Comeback in der Neckargartacher Römerhalle.

Kaum Heimweh

Denn steht kein so wichtiger Wettkampf wie am vergangenen Wochenende an, weilt der Youngster in der Bundeshauptstadt. Seit September trainiert er im Berliner Sportinternat, kommt nur noch etwa alle drei Wochen nach Hause. "Mir gefällt es da richtig gut. Die Schule, das Training – alles optimal", sagt er. Und auch das Heimweh ginge mittlerweile.

"Die Jungs können heute stolz auf sich sein. Sie haben sich nicht beeindrucken lassen – das bringt Talente vorwärts", lobte STB-Trainer Thomas Andergassen. Auch Hosseini habe einen super Wettkampf geturnt: "Er ist jetzt von zu Hause weg, hat sich in Berlin vorbereitet, aber es war wie immer – auf ihn ist bei Wettkämpfen Verlass." Verlass war auch auf seinen Mannschaftskollegen Silas Hittler, der in der Einzelwertung ganz vorne landete und neben Hosseini der Erfolgsgarant für die starken Mini-Schwaben war.

In ungewohnter Rolle befand sich dabei Annett Wiedemann, Cheftrainerin der Turn-Talentschule Heilbronn, die Milan Hosseini bis zum Sommer gecoacht hat: "Ich habe ihn das erste Mal nur von der Tribüne gesehen und ihn locker und frei im Kopf erlebt." Das mache sie besonders stolz, "weil ich weiß, dass seine Vorbereitung bei den Testwettkämpfen ein paar Wackler, ein paar Fehler hatte". Der Erfolg sei klasse für ihn und Bestätigung seines Wegs: "Der ist jetzt 650 Kilometer entfernt, hat einen neuen Trainer, hat neue Trainingszeiten, eine neue Schule, ein neues Internat – der hat in drei Monaten eine Menge leisten müssen."

Erlesen

Von einer ganzen Menge konnte man, was die Turner in der AK 13/14 betrifft, nicht sprechen. Nicht nur die Berliner brachten nicht das Mindestmaß von drei Turnern zusammen. Waren bei AK 9/10 58 und bei AK 11/12 immerhin noch 49 Turner am Start, war das Feld bei den 13- und 14-Jährigen mit 21 Turnern schon sehr erlesen. Bei den 15- bis 18-Jährigen mussten gar vier Jahrgänge zusammengelegt werden, um auf 34 Starter zu kommen – nach oben hin wird die Luft eben immer dünner.

Ordentlich durchschnaufen musste bei den Ältesten vor allem der STB. Nur ein Trio ging da für die Schwaben an die Geräte. Patzer waren also verboten, wurden doch die besten drei Übungen jedes Teams addiert. Trotz dieser Bürde landeten die STBler auf dem fünften von acht Rängen. Topscorer und in der Einzelwertung ebenfalls Fünfter: Carlo Hörr – ein weiterer Teilerfolg für das Unterland, turnt der Stuttgarter doch im Zweitliga-Team des KTT Heilbronn. Dort könnte in wenigen Jahren auch Milan Hosseini auflaufen. Mindestens.

 

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